Umkämpfte Ortseinfahrt in Kitzbühel: Konflikt setzt sich fort

Auch TVB-Präsidentin Signe Reisch spricht sich gegen das geplante Gewerbegebiet in Kitzbühel aus. Ein mögliches Mitarbeiterhaus in der Nähe wurde von der Stadt abgelehnt.

Für Reisch unverständlich. Ein Gewerbegebiet sei möglich, ihr geplantes Mitarbeiterhaus nicht.
© P3

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Geteilter Meinung ist man nach wie vor in Kitzbühel, wenn es um das geplante Gewerbegebiet im Ortsteil Gundhabing geht. Eine Gruppe Kitzbüheler hatte dazu ja eine Unterschriftenaktion gestartet. Sie fordern Wohnflächen statt Gewerbegründe, die TT berichtete. Einer ihrer Kritikpunkte ist, dass die letzte noch unverbaute Ortseinfahrt nach Kitzbühel durch ein solches Gewerbegebiet zerstört würde.

Unterstützung bekommen sie hier von Seiten der Touristiker, und zwar von ganz oben. Kitzbühel-Tourismus-Präsidentin Signe Reisch stellt sich klar hinter die Gegner des Gewerbegebietes. „Von Kirchberg her öffnet sich das einmalige Kitzbüheler Panorama mit dem Blick auf das Horn, das einem das Herz aufgehen lässt. Der Anblick des Lagerhauskomplexes bietet da zwar leider gleich etwas Ernüchterung. Es ist aber immer noch ein angenehmes Gefühl mit dem Anblick der grünen Wiesen und Bäume verbunden und stimmt einen auf die herrliche Umgebung von Kitzbühel ein. Es wäre ein Schlag ins Gesicht, wenn das nun auch verbaut und dem Gewerbe geopfert wird“, hat sie der Gruppe schriftlich als Stellungnahme zukommen lassen.

Vom Naturschutz haben wir grünes Licht, man spielt den Ball derzeit hin und her.
Signe Reisch (Rasmushof-Wirtin)

„Das wäre ewig schade und ich kann es auch nicht verstehen, denn mir wurde da draußen mein Vorhaben verwehrt“, sagt Reisch gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Sie spricht damit ein von ihr geplantes Mitarbeiterhaus an. Dieses hätte nur gut 200 Meter entfernt in Stadtrichtung errichtet werden sollen. „Argumentiert wurde damals ebenfalls damit, dass die Ortseinfahrt damit verbaut würde“, schildert Reisch und auch, dass das geplante Gebäude im Seenschutzgebiet stehen würde. Seit Jahren ist man hier um eine Einigung mit der Stadt bemüht, aber es sei schwierig. Ganz aufgeben will sie das Projekt aber nicht. Man habe mit Architekten ein Haus geplant, das in die Region passe und einem Bauernhaus ähnlich sehe.

„Ich freue mich, wenn Herr Schultz nun das Alpenhotel umbauen darf, aber das ist direkt neben dem See. Zwischen unserem Projekt und dem Schwarzsee liegen aber die Landesstraße und die Eisenbahn“, sieht Reisch eine Ungleichbehandlung. Ihre Person und ihre Funktion als TVB-Präsidentin würden hier vermischt.

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Es verwundert mich schon, wenn man gegen das Gewerbegebiet ist, und bei einem selbst hört dann die Sensibilität auf.
Klaus Winkler (Bürgermeister)

Überrascht zeigt sich Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler von der Unterstützung von Reisch für die Gewerbegebietsgegner. „Es verwundert mich schon, wenn man gegen das Gewerbegebiet ist, und bei einem selbst hört dann die Sensibilität auf“, sagt Winkler. Er spricht von einem „monumentalen Bauwerk“ mit fast 60 Metern Länge. In dieser Dimension sei das für die Stadt nicht vorstellbar. Zudem führt Winkler auch das Seenschutzgebiet als entscheidenden Punkt an. Die Pläne wurden auch schon im Gemeinderat präsentiert, damals habe man lediglich beschlossen, das Projekt weiter zu behandeln. „Vom Naturschutz haben wir grünes Licht, man spielt den Ball derzeit hin und her“, kritisiert hingegen Reisch.

Auf dem besagten Grundstück steht bereits ein Haus. „Es handelt sich dabei um ein Gebäude im Freiland, welches um 25 % vergrößert werden kann“, erklärt Winkler. Der Bauausschuss würde sich nun mit dem Projekt erneut beschäftigen.


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