Steiermark-Schau: Neues Ausstellungsformat für Grüne Mark

Regionale und Landesausstellung waren einmal - das neue Ausstellungsformat der Grünen Mark heißt Steiermark Schau. ÖVP-Kulturlandesrat Christopher Drexler stellte am Dienstagabend im Kunsthaus - einer der vier Standorte 2021 - das Konzept vor. Es beinhaltet u.a. einen Mobilen Pavillon, der seine Reise durch die Steiermark in Wien beginnen wird. Die erste Auflage der Schau hat die Selbstreflexion zum Inhalt, sie soll zu einer regelmäßigen Standortbestimmung des Landes werden.

Es hatte einige Zeit gedauert, bis wieder an die Landesausstellung mit großen steirischen Themen und an die Kunstschaffende einer Region stärker miteinbeziehende Regionale angeknüpft wurde: Mit 10. April 2021 wird nun eine umfassende Selbstreflexion der Steiermark präsentiert. Drei Standorte in Graz - das Museum für Geschichte, das Volkskundemuseum und das Kunsthaus - sowie ein mobiler Ausstellungspavillon mit 800 Quadratmeter, der in Wien eröffnet, sind vorgesehen. Danach geht es nach Hartberg, Spielberg, Schladming und Bad Radkersburg. Die Schau ist bis 31. Oktober 2021 zu sehen. Das Format soll künftig im Zweijahresrhythmus gezeigt werden. Das Budget 2021 beträgt rund 8,9 Millionen Euro.

Laut Landesrat Drexler nimmt die Schau verschiedenste Themen und Fragen der Gesellschaft zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft auf und bereitet sie aus der Perspektive von Kunst und Kultur in einem populären Format auf. Das Universalmuseum Joanneum wurde mit der Konzeption betraut und ist auch der operative Träger. Die erste Steiermark-Schau befasst sich mit dem Werden und Wandel des Landes. Der Bogen erstreckt sich vom Museum für Geschichte („was war“) über das Volkskundemuseum („wie es ist“) und das Kunsthaus („was sein wird“) bis hin zu dem Ausstellungspavillon („wer wir sind“).

Letzterer nimmt einen frühen Ansatz von Schaufensterausstellungen in Märkten und Städten zu Zeiten Erzherzog Johanns wieder auf. Der Mobile Pavillon und die Ausstellung „wer wir sind“ wurde von Alexander Kada konzipiert und gestaltet und von Astrid Kury kuratiert. Eine monumentale Videorauminstallation mit einer Leinwandfläche von 200 Quadratmetern wird eine Gegenwartsanalyse zur Steiermark ausschließlich in bewegten Bildern zeigen.

Im Museum für Geschichte widmet man sich den historischen Räumen und Landschaften, den naturräumlichen Gegebenheiten der Steiermark, dem Wechselspiel von Mensch und Natur. Dabei bewegt sich der Besucher durch eine abstrakte Landschaft von Objekten, Modellen, Karten und filmischen Beiträgen. Unter den Exponaten wird etwa ein mittelalterlicher Pranger ebenso zu finden sein wie eine Redekanzel, Schienen aus Donawitz oder Teile einer Küche der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky. Kuratiert wird dieser Teil von einem Team rund um die Leiterin des Museums für Geschichte, Bettina Habsburg-Lothringen.

Im Volkskundemuseum in Graz unternimmt man unter dem Titel „wie es ist“ eine Vermessung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation. Es wird der Frage nachgegangen, wie das „Heute“ entstanden ist, auch an Beispielen von Menschen, die hier lebten und leben und das „Heute“ gestaltet haben. Kuratiert wird dieser Teil von einem Team rund um Birgit Johler.

Im Kunsthaus Graz wird den Spuren des „Zukünftigen im hier und jetzt“ nachgegangen. Ausgangspunkt ist die jetzige Situation an Mur und Mürz, es geht um „mutige, kühne, visionäre Vorstellungen von Zukunft, aber auch um sehr pragmatische, handfeste Ideen und Vorschläge, wie Zukunft sich aus verschiedenen Perspektiven gestalten“ lässt. Genutzt werden dabei alle Ebenen des Kunsthauses, was in der bisherigen Nutzung des Hauses für eine einzige Schau eher selten galt. Kuratiert wird dieser von der Hausherrin, Direktorin Barbara Steiner.


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