Schuldspruch gegen Chef griechischer rechtsextremer Partei

Der Gründer der griechischen Neonazi-Partei Goldene Morgenröte, Nikolaos Michaloliakos, ist wegen Führung einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Athen verkündete den Schuldspruch am Mittwoch nach fünfjähriger Prozessdauer. Tausende Menschen vor dem Gerichtsgebäude reagierten mit Jubelrufen.

Laut Polizeiangaben drängten sich mehr als 8.000 Menschen vor dem Gericht. Viele trugen Plakate mit Aufschriften wie „Das Volk will die Nazis im Gefängnis“. Hunderte Polizisten waren im Einsatz.

In dem seit fünf Jahren laufenden Prozess um den Mord an einem linksgerichteten Rapper stehen neben Parteichef Michaloliakos fast 70 weitere Angeklagte vor Gericht. Neben dem Mord werden den Angeklagten weitere Gewalttaten und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt.

Die Goldene Morgenröte, die enge Kontakte zur Neonazi-Szene unterhält, ist wegen ihrer Angriffe auf Migranten und politische Gegner berüchtigt. Die in den 80er Jahren gegründete Partei hatte im Zusammenhang mit der schweren Wirtschaftskrise ab dem Jahr 2010 an Einfluss gewonnen und wurde bei der Parlamentswahl 2015 drittstärkste Kraft. Sei der Wahl im Juli vergangenen Jahres ist sie erstmals seit Jahren nicht mehr im Parlament vertreten.

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