Ungewöhnliche Übergangslösung: Rätselraten um Steinkörbe in Wörgl

Ungewöhnliche Übergangslösung für Pfützen auf der Fahrbahn in der Wörgler Bahnhofstraße löst Diskussionen aus. Die Volkspartei fordert indes mehr Tempobremsen und Kontrollen wegen Autorasern.

Die Steinkörbe auf der Fahrbahn der Bahnhofstraße sollen ein Ausweichen der Pkw auf den Gehsteig verhindern.
© Hrdina

Wörgl – Welchen Sinn haben die Körbe voller Steine in der oberen Bahnhofstraße ? Eine Frage, die sich viele Wörgler in den vergangenen Tagen stellten. Sind sie eine Tempobremse, dienen sie als Verschönerungsversuch oder sollen sie Pkw daran hindern, hier auf dem Gehsteig zu parken? Die Folge war auf alle Fälle Kopfschütteln und ein Wörgler bezeichnete in einer E-Mail die Körbe als eine „allgemein die Sicherheit gefährdende Maßnahme, die nicht nur für meinen Geschmack an einen Schildbürgerstreich erinnert“.

Die Stellungnahme von Bürgermeisterin Hedi Wechner hätte wohl niemand erwartet: Es geht im Prinzip um Straßenschäden und daraus resultierende große Pfützen. Da hier der Gehsteig abgeschrägt ist, wird er als Fahrbahn genauso wie als Parkplatz zweckentfremdet, so die sinngemäße Antwort auf eine Anfrage der TT aus dem Stadtamt. Dadurch kam es zu Absenkungen, in denen sich Pfützen bilden. Wenn dann Autos mit entsprechender Geschwindigkeit durchbrausen, „wird die Fassade einiger Häuser angespritzt und verschmutzt“, erklärt die Stadtchefin. Um das Regenwasser dem nächstgelegenen Einlaufschacht zuleiten zu können, müsse der Gehsteig angehoben werden, teilt sie weiters mit.

Endgültige Lösung im Frühjahr 2021

„Dies ist in Hinblick auf ein zukünftig geplantes Bauprojekt derzeit nicht sinnvoll. Aus diesem Grund wurden als vorübergehende Maßnahme entlang der Straße die Steinkörbe aufgestellt, um das Befahren zu verhindern“, sagt Wechner. Im Frühjahr 2021 werde eine endgültige Lösung gesucht und umgesetzt. „Eine Positionierung der Steinkörbe auf den Gehsteigen würde zu einer Einschränkung für Fußgänger führen. Die nötige Straßenbreite für den Verkehr ist aber gewährleistet“, stellt Wechner abschließend fest.

Auf alle Fälle ist es zugleich eine Tempobremse, was für die bürgerlichen Listen (ÖVP, Junge Wörgler, Team Wörgl) in der Stadt auch dringend notwendig erscheint. Sie verlangen in einem Gemeinderatsantrag gegen die Raser die Radarkameras zu erneuern, mehr Polizeipräsenz und bauliche Maßnahmen in allen Straßen, in denen viele Fußgänger unterwegs sind. Ob die Steinkörbe dazuzählen, war gestern nicht zu erfahren. (wo)

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