Algenblüte färbt den Tristacher See: Bis auf Weiteres gesperrt

Das auch im Herbst bei Naturgenießern beliebte Strandbad wurde gesperrt. Menschen und Tiere sollen jeden Wasserkontakt vermeiden.

Das Wasser des Tristacher Sees ist üblicherweise tiefgrün, durch die Burgunderblutalge hat es jetzt eine rostbraune Färbung.
© Christoph Blassnig

Tristach – Schon seit einiger Zeit beobachteten Spaziergänger auf der Wasseroberfläche des Tristacher Sees, des einzigen Badesees in Osttirol, rotbraune Schlieren, die sich langsam zu dickflüssigen Teppichen ausbreiteten. Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung steht inzwischen steht, dass es sich um ein vorübergehendes Naturschauspiel handelt.

Verantwortlich dafür ist eine Blüte der Burgunderblutalge (Cyanobakterium Planktothrix rubescens). „Diese kommt weltweit vorwiegend in der gemäßigten Zone vor und ist in einer Vielzahl von Tiroler Seen anzutreffen. Bei passenden klimatischen Umweltbedingungen, vor allem im Herbst und Winter, bildet sie rötliche Aufrahmungen“, erklärt Ellen Schafferer vom Institut H&S Limnologie in Innsbruck, das von der Stadt Lienz mit der Ursachenforschung beauftragt worden war. Dauerhaft werde das Phänomen am See aber nicht zu sehen sein. „Erfahrungsgemäß gehen die Aufrahmungen innerhalb weniger Wochen zurück.“

Gesteuert wird die Vermehrung von Schwebealgen bzw. Cyanobakterien durch den Nährstoffgehalt im See. Steigt dieser, nimmt die Zahl der Algen zu. „Sollte sich herausstellen, dass der Nährstoffgehalt im See zugenommen hat, werden wir die Zuläufe prüfen und diese, sofern dafür verantwortlich, anderweitig ableiten“, kündigt die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik an. Der Seezutritt wurde gesperrt. Kinder, aber auch Tiere sollen bis auf Weiteres jeden Wasserkontakt vermeiden. (bcp)

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