Kritik an Teststraße in Innsbruck reißt nicht ab: Weitere Standorte gefordert

Am Screening-Zentrum in Innsbruck staut es. Gestern warteten Autofahrer zum Teil zwei Stunden – und mussten dann unverrichteter Dinge wieder fahren. Weitere Standorte werden gefordert, „damit im Winter nicht das totale Chaos ausbricht“.

Die Autoschlange am Parkplatz bei der Olympiaworld in Innsbruck war Dienstagfrüh mehrere hundert Meter lang.
© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – Stundenlanges Warten, Autoschlangen von der Zufahrt zum Parkplatz der Olympiaworld bis fast zurück zum Südring: Die Screening-Straße in Innsbruck stößt, wie berichtet, an ihre Kapazitätsgrenzen. Weil die Zahl jener, die sich auf das Coronavirus testen lassen wollen oder müssen, im Winter eher zu- als abnehmen dürfte, wird jetzt der Ruf nach weiteren Test-Standorten in der Landeshauptstadt laut.

Allein am vergangenen Montag wurden bei den Insassen von 580 Wagen Covid-Abstriche genommen. Rund 70 Fahrzeuge wurden am späten Nachmittag, als die Screening-Straße schloss, weggeschickt und für Dienstagmorgen wieder herbestellt. Hautnah miterlebt hat das auch ein Innsbrucker Mittelschullehrer, der am Montag wegen eines positiven Corona-Tests eines Schülers zur Olympiaworld zitiert wurde. „Ich hatte Riesenglück“, schreibt er in einer E-Mail an die TT, weil er das „drittletzte Auto war“, das drangekommen sei. Die Lenker und Lenkerinnen danach, die „bis zu zwei Stunden gewartet hatten, mussten unverrichteter Dinge wieder wegfahren. Sie veranstalteten ein Hupkonzert, niemand hatte ihnen erklärt, dass das Warten keinen Sinn mache.“

Liste Fritz fordert bessere Aufteilung

Angesichts der Situation bei der Teststraße in Innsbruck schlägt Andrea Haselwanter-Schneider, Landtagsabgeordnete der Liste Fritz, Alarm. „Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, braucht es eine Entzerrung beziehungsweise Aufteilung der Zuweisungen an verschiedene Standorte in Innsbruck.“ So könne etwa am Messegelände eine Drive-in-Halle umgesetzt, der Screening-Standort am Baggersee reaktiviert werden, schlägt Haselwanter-Schneider vor. An einer besseren Aufteilung der Menschen, die getestet werden, müsse jedenfalls jetzt schon gearbeitet werden, „damit im Winter nicht das totale Chaos ausbricht“.

Das Land Tirol hat gestern angekündigt, die Lage in nächster Zeit genau zu analysieren, „um gegebenenfalls Maßnahmen zum Ausbau der Kapazitäten zu setzen“. Zu Szenen wie am Montag soll es nicht mehr kommen, weshalb „die Regelung, dass alle Fahrzeuge, die innerhalb der Öffnungszeiten die Screening-Straße aufsuchen, auch abgearbeitet werden, bereits umgesetzt wurde“. (bfk)

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte