Müll-Geschenk von Reuttener Gemeinderat stank zum Himmel

Reuttes Gemeinderat Michael Steskal wollte mehrere Säcke Müll auf Parkplatz loswerden. Behauptungen stellt Steskal ganz entschieden in Abrede.

Bei den Tonnen des Urisee-Parkplatzes an der B179 wird von Durchreisenden (und Einheimischen) jede Menge Müll hinterlassen.
© Mittermayr Helmut

Von Helmut Mittermayr

Reutte – Ein Deutscher, unterwegs auf der Fernpassbundesstraße B179 durchs Außerfern, legte im Sommer eine Rast auf dem Urisee-Parkplatz ein. Er parkte hinter einem Auto mit RE-Kennzeichen. Die beiden Insassen des Fahrzeugs waren gerade dabei, mehrere Müllsäcke auszuladen. Die Frau trug sie zu den öffentlichen Mülltonnen des Parkplatzes und stopfte sie hinein. Der Urlauber geriet darüber so in Zorn, dass er das Paar, GR Michael Steskal und seine Partnerin, zur Rede stellte.

Die Unterredung verlief wenig freundlich. Der ehemalige erste Reuttener Vizebürgermeister fischte die Säcke schließlich wieder heraus, lud sie erneut ein und fuhr davon. Zuvor hatten der Deutsche und seine Frau Fotos der Aktion angefertigt und der Gemeinde Reutte als Anzeige zukommen lassen. In Reutte kursiert seither die Rede, dass Gemeinderat Steskal versucht habe, seinen Restmüll, der in der Marktgemeinde bei der Abholung abgewogen wird, kostenfrei loszuwerden.

„Illegale Müllentsorgung hat nicht stattgefunden“

Dies stellt Steskal ganz entschieden in Abrede. Er sei vielmehr selbst Opfer eines Streichs geworden. Ein Unbekannter habe ihn ärgern wollen und ihm mehrere Müllsäcke unter sein vor dem Haus geparktes Auto untergejubelt. Er sei über das Geschenk alles andere als begeistert gewesen, habe die „fünf, sechs Säcke“ aber ins Auto gepackt, da er dringend nach Füssen habe fahren müssen. „Als der Müll im Auto stark zu stinken begann, wollte ich ihn tatsächlich am Urisee-Parkplatz der Umfahrung Reutte abladen“, erklärt der Anwalt gegenüber der TT. Er sei sitzen geblieben, seine Partnerin habe den Müll hinausgewuchtet.

„Nach dem Gespräch mit dem Deutschen haben wir den gesamten Fremdmüll wieder eingepackt und auf meine Kosten fachgerecht entsorgt. Besser gesagt hat ein Freund von mir Geld bekommen, damit er das für uns erledigt.“ Eine „illegale Müllentsorgung hat daher nicht stattgefunden“, betont Steskal. Er erklärt zudem, dass er von der BH Reutte keine wie immer geartete Nachricht oder gar Verwaltungsstrafe diesbezüglich bekommen habe. Der Reuttener, der im Frühjahr als Vizebürgermeister zurückgetreten war, „fühlt sich langsam verfolgt. Ich habe nie jemandem etwas angetan und hoffe, endlich in Ruhe gelassen zu werden.“

Bürgermeister Alois Oberer war eine Anfragebeantwortung dazu in der vergangenen Gemeinderatssitzung zu heiß. Er erklärte nur, dass ihm der Fall bekannt und eine Sachverhaltsdarstellung samt Fotos vor längerer Zeit bei der Gemeinde eingelangt sei. Er habe alles an die eigentlich zuständige Behörde, die BH Reutte, weitergeleitet. Mehr könne und wolle er nicht sagen. Denn schließlich werde derzeit eine mögliche Verletzung des Amtsgeheimnisses durch ihn selbst, VBM Klaus Schimana und GV Elisabeth Schuster geprüft (inzwischen eingestellt). Diese Prüfung wurde anonym angestrengt.


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