Österreich in Gesprächen mit Berlin über Reisewarnungen

Die Bundesregierung verhandelt mit den deutschen Behörden über die geltenden Reisewarnungen. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sagte am Mittwoch nach dem Ministerrat in Wien, Ziel seien vergleichbare Vorgaben in ganz Europa. Die Schwelle von 50 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, die in Deutschland laut dpa auch für Reisewarnungen als entscheidend gilt, ist österreichweit sowie in den meisten Bundesländern überschritten.

Ein Sprecher bestätigte die Gespräche gegenüber der APA. Aus Deutschland habe man unterschiedliche Signale erhalten, sagte Köstinger. „Wir sind in sehr intensiven Gesprächen vor allem auch mit dem Außenministerium, mit den Tourismusverantwortlichen und auch dem Bundeskanzleramt in Deutschland, um hier eine praktikable Lösung zu finden.“

Belgien sollte unterdessen am Mittwochnachmittag die Corona-bedingte Reisewarnung für Vorarlberg wieder aufheben. Das teilte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) nach dem Ministerrat mit. Grund seien die sinkenden Infektionszahlen in Vorarlberg. Dies zeige, dass es „sinnvoll ist, Maßnahmen zu treffen“, betonte Blümel. Derzeit liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in Vorarlberg bei 71.

Belgien hatte mit Ende September nach Wien auch Vorarlberg und Tirol auf die Rote Liste gesetzt. Demnach ist bei einem Aufenthalt in diesen Gebieten innerhalb der letzten 14 Tage direkt nach der Einreise nach Belgien ein belgischer PCR-Test und eine 14-tägige Quarantäne verpflichtend.

Die Regierungssitzung am Mittwochvormittag erfolgte teilweise virtuell. Anfang der Woche war ein enger Vertrauter von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) positiv auf Corona getestet worden. Die Regierungsmitglieder wurden in Folge zwar alle negativ getestet, zur Sicherheit hielt man den Ministerrat am Mittwoch aber zumindest teilweise per Video ab. Vor Ort waren allerdings Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Finanzminister Blümel, Landwirtschaftsministerin Köstinger und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) - sie mussten nämlich vor die Journalisten treten, weil das übliche Pressefoyer trotzdem stattfand.


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