Begegnungszone in der Innsbrucker Innenstadt bleibt erhalten

Die erste Begegnungszone Innsbrucks geht in unbefristete Verlängerung. Eine Arbeitsgruppe kümmert sich nun um Nachbesserungen.

Die Bodenmarkierungen – wie hier in der Meraner Straße – sollen erweitert werden, um auf die Begegnungszone aufmerksam zu machen.
© Vanessa Rachlé

Von Denise Daum

Innsbruck –Nach einer dreiwöchigen Probezeit geht die Begegnungszone in der Erlerstraße, der Meraner Straße sowie im nördlichen Teil der Wilhelm-Greil-Straße nun in den Regelbetrieb. Eine entsprechende unbefristete Verordnung beschloss der Innsbrucker Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag mehrheitlich.

Die Koalition demonstrierte auch bei diesem Thema nicht unbedingt Einigkeit: So stimmte die ÖVP der Verordnung zwar zu, Verkehrsausschussobfrau Mariella Lutz ließ die Gelegenheit aber nicht aus, den von Vizebürgermeisterin Uschi Schwarzl (Grüne) veranlassten Probelauf erneut als „Husch-Pfusch-Aktion“ zu bezeichnen. Trotzdem: „Begegnungszonen machen an gewissen Orten Sinn“, so Lutz. Im Testlauf habe sich gezeigt, dass die Neuerung noch nicht bei allen Verkehrsteilnehmern angekommen sei. Auf Vorschlag der ÖVP wurde deshalb eine Steuerungsgruppe gegründet, die laufend an Verbesserungsmaßnahmen arbeitet und bereits Ende Oktober erstmals zusammenkommt.

Grundsätzliche Zustimmung (bei zwei Enthaltungen) kam von der Fraktion Für Innsbruck. Aber auch von dieser Seite musste sich Schwarzl Kritik anhören. „Wir sind für Begegnungszonen, würden uns aber wünschen, so etwas in Zukunft besser vorzubereiten und alle Beteiligten miteinzubeziehen“, sagte GR Theresa Ringler.

Während sich Für Innsbruck eine Ausweitung der bestehenden Begegnungszone auf den Bozner Platz wünschen würde, geht sie der SPÖ zu weit. „Begegnungszonen machen Sinn, aber nicht dort, wo sie Menschen gefährden. Und das ist in der Meraner Straße der Fall“, betont Klubobmann Helmut Buchacher. Deshalb stimmte die SPÖ auch gegen die Begegnungszone Meraner Straße, befürwortete aber die Verordnung für die anderen beiden Straßenzüge.

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Uschi Schwarzl war – wie immer – die Ruhe in Person und konzentrierte sich aufs Positive. „Der Probelauf war ein erster Versuch von mir und ich freue mich, dass wir die Begegnungszone nun dauerhaft fortführen und weiterentwickeln.“ Die Verkehrsplanung habe in den vergangenen drei Wochen festgestellt, dass gerade beim Übergang vom Bozner Platz in die Begegnungszone die Autos zu schnell unterwegs seien, teilte Schwarzl mit. In Begegnungszonen gilt eine 20-km/h-Beschränkung, die Fahrbahn ist für die gemeinsame Nutzung durch Fahrzeuge und Fußgänger bestimmt. Um die Verkehrsteilnehmer für die Begegnungszone mehr zu sensibilisieren, sollen weitere Bodenmarkierungen angebracht sowie eine mobile Geschwindigkeitsanzeige aufgestellt werden.

Gegen die unbefristete Verlängerung stimmten die FPÖ – die unter anderem eine Gefährdung für Fußgänger sieht –, die Liste Fritz und das Gerechte Innsbruck.


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