Young-Science-Gütesiegel: Zwei Tiroler Schulen sind Forschungspartner

Die Reuttener Mittel- und Sportmittelschule Königsweg sowie das BRG in der Au in Innsbruck dürfen bis 2022 das Young-Science-Gütesiegel tragen.

Videokonferenz statt Festsaal: Myriam Koch, Direktorin der Mittel- und Sportmittelschule Königsweg (l.), und Projektleiterin Gerda Bubendorfer während der virtuellen Preisverleihung.
© Tschol

Von Simone Tschol

Reutte, Innsbruck – Getränke und Knabbereien standen bereit, die Aufregung wuchs im Minutentakt – eigentlich war alles wie immer bei der Verleihung des Young-Science-Gütesiegels durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Nur dass sich die Akteure heuer nicht wie üblich in Wien einfanden, um zu feiern. Sie trafen sich aufgrund von Corona via Videokonferenz im virtuellen Raum.

In Österreich gibt es viele Schulen, die erfolgreich mit Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. Ein gemeinsamer Nenner dieser Bildungseinrichtungen ist das außergewöhnliche Engagement der beteiligten Schulleitungen und Lehrkräfte. Um dieses zu würdigen, vergibt das Ministerium seit 2012 das Young-Science-Gütesiegel. 27 Schulen haben sich für die Auszeichnung beworben. 18 davon wurden Mittwochnachmittag vor den virtuellen Vorhang gebeten.

Als eine von nur zwei Tiroler Schulen und als österreichweit einzige Mittelschule durfte die Mittel- und Sportmittelschule Königsweg erstmals an der Prädikatsverleihung teilnehmen. Die Freude bei Direktorin Myriam Koch und Projektleiterin Gerda Bubendorfer war entsprechend groß. Zwei Jahre forschten Schüler der MS Königsweg Hand in Hand mit den Wissenschaftern des In­stituts für Ökologie. Unter der Leitung von Mikrobiologin, Gletscher- und Polarforscherin Birgit Sattler nahmen sie eine bislang noch völlig unterschätzte Ursache für die Gletscherschmelze unter die Lupe – das Phänomen der Bio-Albedo. Weiße Gletscheroberflächen reflektieren die Sonnenstrahlung. Kommt es jedoch zu einer Verfärbung, wird das Licht absorbiert und der Gletscher erwärmt sich, was zur Schmelze führt. Dieser biologisch induzierte Effekt heißt Bio-Albedo.

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Zum zweiten Mal nach 2018 wurde dem BRG in der Au in Innsbruck das Gütesiegel zugesprochen. In der Begründung der Jury heißt es: „Das BRG in der Au ist eine große Schule mit einer beeindruckenden Anzahl an Forschungspartnern aus dem In- und Ausland. Das umfassende Netzwerk deckt zahlreiche Forschungsthemen ab: von Natur- und Kulturwissenschaften bis hin zu Menschenrechten.“

Die Plakette wird den Schulen in den nächsten Tagen per Post geschickt. Darauf angestoßen wurde bereits bei der Videokonferenz. Mit jenem Sekt, der den Direktionen vom Ministerium als „Care-Paket“ zugestellt wurde – mitsamt den Knabbereien.


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