Kufsteiner Lernhaus für 14 Millionen Euro vollendet

Zwei Jahre Bauzeit, eine Stange Geld und zwei komplett übersiedelte Schulen: In Kufstein wurde gestern ein neues Schulzentrum eröffnet.

Blumengrüße für die Leiterinnen in einem der Spielräume: (V. l.) Peter Borchert (Kufstein Immobilien GmbH), Ursula Gramshammer (Dir. VS), LR Johannes Tratter, Marina Vinciguiera (Leitung KiGa) und BM Martin Krumschnabel verschafften sich einen Überblick über die Räumlichkeiten.
© Hrdina

Kufstein – Leben, Licht und Bewegung – diese drei Faktoren sollten das neue Schulzentrum im Kufsteiner Ortsteil Sparchen prägen. Stolze 14 Mio. Euro nahmen Stadt, Land und Bund dafür in die Hand. Gestern wurden die neuen Räumlichkeiten nach zweijähriger Bauphase in Corona-bedingt kleinem Rahmen offiziell eröffnet.

„Aus drei mach eins“, fasste Peter Borchert, Geschäftsführer der stadteigenen Kufsteiner Immobilien GmbH, zusammen, was in den vergangenen Jahren mit viel Vorlaufzeit und noch mehr Geld umgesetzt wurde: Die Berufsschule wurde ins Innotech ausgesiedelt, die Polytechnische Schule bei der Mittelschule am Fischergries errichtet. Für besagte 14 Mio. Euro (1,38 Mio. Euro Land, 630.000 Euro Bund, Rest Gemeinde) können sich nun die Volksschule und der Kindergarten Sparchen II auf 5500 Quadratmetern ausbreiten.

Im Mai 2018 rumpelte es am Standort mitten im Wohnviertel erstmals bei laufendem Schul- und Kindergartenbetrieb. „Als die Bagger erste Abrissarbeiten machten, klebten die Kinder an den Fensterscheiben und staunten“, erinnert sich Borchert. Den Betrieb neben Baustellenlärm und Staub aufrechtzuerhalten, sei für Angestellte wie Kinder kein Leichtes gewesen.

Der Neubau für den Kindergarten wurde im September vergangenen Jahres bezogen. Drei Gruppen tummeln sich hier nach dem Konzept eines „offenen Kindergartens“. Große, helle Räume mit kreativen Beschäftigungsmöglichkeiten, Kuschel- und Leseecken sowie Küche und Garten sind das Reich der Kinder.

Die teilweise denkmalgeschützte Volksschule wuchs von 13 auf 16 Klassenräume an, bietet daneben Platz für Musikerziehung, offene Lernbereiche, Nachmittags- und Ferienbetreuung und Konferenzen. Seit den Semesterferien hätte hier reger Betrieb herrschen können – wäre da nicht Corona gewesen.

Aufgespielt wurde hingegen schon im Dezember in der 412 Quadratmeter großen Turnhalle, Vereine mieten sich dort sein. Stolz sei man auf den Funcourt samt Kunst­rasen am Hallendach, meinte BM Martin Krumschnabel. Dieser soll künftig nicht nur für Schule und Kinderbetreuung, sondern auch für Jugendliche geöffnet werden.

Während im Kindergarten bereits eine Pädagogin mit englischer Muttersprache (Native Speaker) vorhanden ist, laufen in den Rektorenzimmern die Verhandlungen mit dem Land: Das Schulzentrum soll internationaler werden, das Modell eines Tages in ganz Tirol Anklang finden. „Die Forderung der Wirtschaft nach internationaler Ausbildung wird immer lauter“, hebt Krumschnabel die Bedeutung hervor. (jazz)


Kommentieren


Schlagworte