Kufstein pocht auf Tempo 80 auf Teil der Inntalautobahn

Gemeinderat schickt einen Antrag auf Temporeduktion auf einem Teilstück der A12 nach Innsbruck. Hintergrund ist die Lärmbelastung.

Tempo 100 auf der Autobahn ist in Kufstein ein umstrittenes Thema. In einem Antrag wird ein Achtziger im Stadtgebiet verlangt.
© Böhm Thomas

Von Wolfgang Otter

Kufstein – Runter vom Gas auf der Inntalautobahn zwischen Staatsgrenze und Kufstein Süd. So lautet die Forderung des Kufsteiner Gemeinderats – zwar nicht einstimmig, aber zumindest mehrheitlich beschlossen. Hintergrund ist die Lärmentwicklung in mehreren Stadtteilen (die TT berichtete). ÖVP und Gemeinsame Kufsteiner Liste (GKL) wollten noch abwarten, bis alle Lärmschutzmaßnahmen der Asfinag fertiggestellt sind. „Außerdem ist der Antrag so nicht umsetzbar“, sagte VP-Vizebürgermeister Hannes Rauch. Die Mehrheit der Mandatare wollte aber ganz unabhängig davon Tempo 80 für Pkw und 60 für Lkw auf der rund vier Kilometer langen Strecke. Treibende Kraft war Stadtrat Stefan Hohenauer (Parteifreie), der von einer Lärmminderung von rund zwei Dezibel sprach.

Im Zusammenhang mit den sanierten und teils erneuen Lärmschutzwänden gibt es eine paradoxe Situation. In Kufstein-Zell, Hippbichl-Thierberg und Kufstein-Morsbach ist es nach Ansicht der Anrainer durch die neuen Wände sogar lauter geworden. Bei der Asfinag verwies man auf die noch laufenden Arbeiten. Um der Situation der Anrainer entgegenzukommen, wurde zudem ein Ergänzungsantrag der Grünen für ein Lärmschutzgutachten und notfalls die Übernahme von Kosten für Verbesserungen aus der Stadtkasse beschlossen.

Empfängerin des Antrags ist übrigens LHStv. Ingrid Felipe mit der Aufforderung, bei den zuständigen Stellen die notwendigen Beschlüsse herbeizuführen. Laut BM Martin Krumschnabel habe die Verkehrslandesrätin zugesagt, sich für dieses Anliegen einzusetzen. Er erwartet sich, dass eine „grüne Landesrätin das mit einer grünen Ministerin zustande bringt“.

Felipe zeigt zwar in einer Stellungnahme Verständnis, aber: „Ob der Lösungsansatz im vorliegenden Gemeinderatsbeschluss ein geeigneter ist, um eine spürbare Verbesserung zu erreichen, werden die Experten und Expertinnen auf Basis fachlicher Grundlagen zu klären haben.“ Hohen-auer hätte sich mehr „Feuer und Flamme“ von ihr für das Anliegen erwartet. „Da gibt es noch Potenzial.“ Eine Befürchtung ist, dass Kufstein aus Angst vor Folgewirkungen auf andere Gemeinden abblitzt.


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