Kirgistans Präsident Scheenbekow zum Rücktritt bereit

Kirgistans umstrittener Präsident Sooronbai Scheenbekow hat sich zum Rücktritt bereit erklärt. Sobald ein Termin für Neuwahlen festgelegt sei, sei er „bereit zurückzutreten“, um das Chaos in dem zentralasiatischen Land zu beenden, sagte Scheenbekow in einer Freitagfrüh auf seiner Website veröffentlichten Rede. Nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl vom Sonntag hatte es gewaltsame Proteste gegeben, die Wahlkommission annullierte daraufhin das Wahlergebnis.

„Ich bin bereit, das Präsidentenamt der kirgisischen Republik abzugeben, sobald die legitimen Exekutivbehörden bestätigt wurden und wir wieder auf dem Pfad der Legalität zurück sind“, sagte Scheenbekow.

Seinen Gegnern gelang es in der Nacht zum Dienstag, seinen wegen Korruption inhaftierten Amtsvorgänger Alsambek Atambajew aus dem Gefängnis zu befreien. Der Scheenbekow nahestehende Ministerpräsident Kubatbek Boronow trat am Dienstag zurück und wurde durch den von Demonstranten ebenfalls aus dem Gefängnis befreiten nationalistischen Politiker Sadyr Schaparow ersetzt.

Die Wahlkommission des Landes annullierte unter dem Eindruck der Proteste das Wahlergebnis, wonach vier Parteien den Einzug ins Parlament schafften, von denen drei Präsident Scheenbekow nahestehen. Die Opposition geht von Wahlbetrug des Präsidenten aus.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte