Aufregung um Dienstanweisung von ÖGK-Generaldirektor Wurzer

In der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) gibt es wieder Zoff. Anlass ist diesmal eine schriftliche Dienstanweisung von Generaldirektor Bernhard Wurzer an die neun Landeschefs, in der eine lückenlose Weitergabe von Gesprächsinhalten verlangt wird. Die Arbeitnehmerkurie in den Ländern lehnt das als „Misstrauenskultur“ ab. Der ÖGK-Obmann und oberste Arbeitnehmervertreter, Andreas Huss, will die Wogen wieder glätten.

Wurzer hat in einem Schreiben an die neun ÖGK-Landesstellenleiter die Information gefordert, „wann und zu welchen Zweck ihr Termine mit diversen Stakeholdern absolviert“, berichtet die „Kleine Zeitung“ am Freitag. In einer Excel-Tabelle, die alle 14 Tage zu befüllen sei, sollen vorausschauend alle geplanten Termine und rückblickend eine „stichwortartige Zusammenfassung der Ergebnisse“ eingetragen werden.

Die Vorsitzende der Arbeitnehmerkurie aller neun Landesstellen sieht darin eine „Misstrauensanweisung“ und fordert deren Rücknahme. Sie kritisiert eine „Kultur von Überwachung und Misstrauen“ und bezeichnet es insbesondere als nicht hinnehmbar, dass Wurzer von Gesprächen mit Selbstverwaltungsmitgliedern Gesprächsprotokolle verlange.

Huss sieht die Angelegenheit „differenziert“. Dass es in einem Unternehmen ein Berichtswesen gibt und der Generaldirektor einen Überblick haben will, was im Unternehmen läuft, sei grundsätzlich okay, sagte der ÖGK-Obmann im Gespräch mit der APA. Ob aber ein solches Schreiben der richtige Weg sei oder ob es nicht bessere Möglichkeiten gebe, „darüber kann man diskutieren“. Für „überschießend“ hält Huss allerdings die Forderung, dass die Landesstellenvorsitzenden über ihre Gespräche im Rahmen der Selbstverwaltung mit politisch Verantwortlichen oder Interessensvertretern wie etwa der Ärztekammer berichten sollen. „Das kann man kritisch sehen.“

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Der ÖGK-Obmann will nun die Wogen glätten und lädt zu einer Besprechung ein, an der die Generaldirektion, alle Landesstellenvorsitzenden, die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sowie Mitglieder des Verwaltungsrates teilnehmen sollen. Huss gehe es darum, die Kommunikationswege zwischen Zentrale und Landesstellen zu verbessern. Dass es in einem so großen Unternehmen, das neu aufgestellt wurde, noch Reibungsverluste gibt, sei völlig normal.


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