773 Menschen erfuhren Hilfe: Wipptalfonds lindert die Not vor Ort

Jürgen Gschnell (Caritas), Caritas-Direktor Georg Schärmer sowie Raiba-Obmann und Wipptalfonds-Gründer Hubert Rauch (v. l.) legen zum Zehn-Jahr-Jubiläum des Hilfsfonds eine beeindruckende Bilanz vor.
© Daum

Von Denise Daum

Innsbruck – Tod des Partners, Krankheit, Scheidung. Das sind die häufigsten Auslöser für Armut. In diesen Fällen brauchen die Betroffenen schnell und unbürokratisch Hilfe. Und genau das leistet der Wipptalfonds „Caritas und wir“. Das gemeinsame Projekt der Raiffeisenbank Wipptal, der Gemeinden des Wipptals und der Caritas besteht seit zehn Jahren und entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte. Seit 2010 wurden mit 420.700 Euro insgesamt 773 Menschen unterstützt, darunter 362 Kinder. Zielgruppe sind Personen mit Hauptwohnsitz im Wipptal.

Über den Fonds wird aber nicht nur finanzielle Hilfe geleistet, wie Caritas-Bereichsleiter Jürgen Gschnell informiert. „Wir zeigen auch Perspektiven auf und setzen auf nachhaltige Hilfe.“ So habe man beispielsweise eine Alleinerzieherin finanziell bei ihrer Umschulung unterstützt. „Dank dieser Ausbildung ist die Frau nun finanziell unabhängig und steht längerfristig auf eigenen Beinen“, berichtet Gschnell.

„Im Wipptal muss niemand delogiert werden“

Der Wipptalfonds springt auch ein, wenn Menschen aufgrund von Schicksalschlägen mit Mieten in Zahlungsverzug geraten. „Im Wipptal muss niemand delogiert werden“, betont Gschnell.

Caritas-Direktor Georg Schär­mer betont, dass Netzwerke vor Ort besonders wichtig seien: „Die Mühlen der Bürokratie sind bei Notfällen nämlich zu langsam.“ Den Projektpartnern Raiffeisenbank und Planungsverband streut Schärmer Rosen. „In den vergangenen zehn Jahren gab es nicht eine einzige ­Meinungsverschiedenheit.“

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Die Partner seien ganz nah an den Menschen dran, wie Schärmer sagt. „Wo poppen Probleme denn auf? Bei den Bankmitarbeitern. Die wissen oft mehr über einen als der eigene Partner.“ Ähnlich sei es bei den Bürgermeistern, sie bekommen die großen menschlichen Katastrophen in ihren Gemeinden unmittelbar mit.

Raiba-Obmann und Initiator des Fonds Hubert Rauch erklärt, dass rasche Hilfe vor Ort wichtiger denn je sei. „Die Auswirkungen der Corona-Krise werden wir noch heftig zu spüren bekommen“, so Rauch.

Spendenkonto des Wipptalfonds

Raiffeisenbank Wipptal

IBAN: AT68 3632 9000 0005 2001

BIC: ­RZTIAT22329.


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