Equal Pay Day in Tirol: „Gerechtigkeit braucht mehr als Gesetze“

Gleichberechtigung bei Löhnen steht in Tirol auch durch das Gleichstellungspaket im Fokus. Die SP spricht sich für mehr Transparenz aus.

Innsbruck – Heute ist „Equal Pay Day“ in Tirol. Frauen arbeiten – rechnerisch – bis zum Jahresende umsonst. Das ist der nach wie vor weit klaffenden Lohnschere zwischen Männern und Frauen geschuldet. Für Österreich ist dieser Tag mit dem 22. Oktober berechnet. Im Schnitt verdienen Frauen in Tirol 39.226 Euro brutto, Männer indes 50.380 Euro. Das haben die SP-Frauen auf Basis der Zahlen von Arbeiterkammer und AMS berechnet.

Diese Lücke zu schließen, ist auch ein erklärtes Ziel des vor Kurzem von Schwarz-Grün im Land abgesegneten Gleichstellungspakets. Drei Millionen Euro fließen hier in eine gleichberechtigte Teilhabe der beiden Geschlechter am Arbeitsmarkt, bekräftigen die zuständigen Landesrätinnen Gabriele Fischer (Grüne) und Beate Palfrader (VP). Wichtig ist beiden nämlich, dass „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ nicht nur durch Gesetze und Verordnungen, sondern auch durch konkrete wirtschaftspolitische Maßnahmen erfolgen müsse.

Dazu zähle auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – etwa durch eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung. Würde man die hohe Teilzeitbeschäftigung bei Frauen einrechnen, so SP-NR Selma Yildirim, wäre der „Equal Pay Day“ in Tirol bereits im Sommer. Gerade in Krisenzeiten wie jetzt würden viele Frauen wieder in alte Rollenmuster zurückgedrängt. Kinderbetreuung im ländlichen Raum müsse leichter zugänglich sein. (TT)

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