1.131 Corona-Neuinfektionen in Österreich

In Österreich sind bis Freitagvormittag innerhalb von 24 Stunden 1.131 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das waren 78 weniger als der Rekordwert vom Vortag, wo 1.209 positive Tests erfasst wurden. Die Zahl der aktiven Fälle stieg mit 10.307 Betroffenen in den fünfstelligen Bereich, nach 9.930 am Donnerstag. Vier weitere Todesfälle bedeuten bisher 842 verstorbene Infizierte. Gesundheitsminister Rudolf Anschober schloss mittelfristig Nachschärfungen nicht aus.

Im Schnitt der vergangenen sieben Tage gab es somit täglich 973 Neuinfektionen, am Vortag war die Sieben-Tages-Inzidenz noch bei einem Wert von 910 gelegen. Bis Donnerstag (9.30 Uhr) gab es in Österreich 53.188 positive Testergebnisse. 42.039 Betroffene sind wieder genesen.

Die effektive Reproduktionszahl liegt für Österreich unterdessen wieder über eins: Nach den Berechnungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der TU Graz steckt ein Infizierter im Schnitt statistisch gesehen 1,13 andere Menschen an. Die Berechnung datiert vom Mittwoch und wurde am Freitagnachmittag auf der AGES-Homepage publiziert. Demnach gab es auch kein Bundesland mit einer Reproduktionszahl unter eins. Eine Reproduktionszahl von 1,0 bedeutet, dass pro Fall eine weitere Neuansteckung ausgelöst wird. Somit ergibt sich theoretisch täglich eine gleichbleibende Anzahl der Neuinfektionen, also eine endemische Verbreitung des Virus.

Derzeit liege der Schwerpunkt auf „regionalen Maßnahmen“, betonte Anschober (Grüne) am Freitag. Allerdings habe man „verschiedene Maßnahmen in der Schublade“. Mögliche Schulschließungen oder Verlängerung der Herbstferien wollte er nicht kommentieren. Welche Maßnahmen die Regierung in petto habe, sagte Anschober nicht. „Ich kann und will diese Schublade nicht öffnen“, meinte er vielmehr. Allerdings gebe es Szenarien für dynamische Entwicklungen. So könne es auch sein, dass in zwei, drei Wochen bundesweit nachgeschärft werde, sagte der Gesundheitsminister. Entschieden sei „in der jetzigen Situation“ noch nichts.

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Zuletzt gab es am Freitag Spekulationen über mögliche Schulschließungen oder eine Verlängerung der Herbstferien. „Ich lasse mich auf dieses Spiel grundsätzlich nicht ein, Gerüchte, die da transportiert werden, werden von mir nicht kommentiert“, konstatierte Anschober.

Im Bildungsministerium hieß es auf APA-Anfrage, dass die Frage einer Verlängerung der Herbstferien vom Krisenstab noch nicht an das Ressort herangetragen worden sei. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hatte sich in den vergangenen Wochen wiederholt dezidiert gegen generelle Schulschließungen ausgesprochen. Die Oppositionsparteien lehnten in Aussendungen längere Herbstferien ab.

Unterdessen geht die Entwicklung eines möglichen Covid-19-Medikaments mit Antikörpern aus Blutplasma von Genesenen - auch aus Österreich - in einen entscheidenden Schritt. In Phase III der klinischen Studie werden nun Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit an Patienten getestet, teilte am Freitag der Pharmakonzern Takeda in Österreich mit. Das Mittel ist zur Behandlung erwachsener Spitalspatienten gedacht, bei denen ein ernsthaftes Risiko von Komplikationen besteht.

Ende Juni war am Produktionsstandort von Takeda in Wien der Herstellungsprozess von klinischem Material auf Basis einer bewährten Plattform gestartet worden. Der Prozess dauert normalerweise im Durchschnitt etwa ein Jahr, bis mit der Produktion begonnen werden kann. Der Wiener Standort stellte nun in weniger als zwei Monaten nach der Prozessimplementierung die ersten Medikamente für die klinische Studie fertig. „Das Projekt ist von globaler, gesundheitspolitischer Bedeutung. Mit unserer Expertise am Takeda-Standort in Wien tragen wir maßgeblich zur Entwicklung bei“, erläuterte Thomas Kreil, Leiter der Global Pathogen Safety von Takeda.


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