Mehr als 4.700 Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagfrüh 4.721 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2.828 auf 4.058 erheblich gestiegen, von Donnerstag auf Freitag lag das Plus bei 4.516. Auch in Tschechien steigen die Corona-Infektionszahlen weiter heftig an.

In Deutschland haben sich seit Beginn der Corona-Krise nach RKI-Angaben mindestens 319.381 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 10.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.604. Das waren 15 mehr als am Vortag. Etwa 273.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,34 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Freitag bei 1,37 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

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Auch in Tschechien steigen die Corona-Infektionszahlen weiter heftig an. Am Freitag wurden den Behörden 8.618 neue Fälle gemeldet, wie am Samstag bekannt wurde. Das waren knapp 3.300 mehr als am Vortag. Es ist der vierte Tagesrekord in Folge. Seit Beginn der Pandemie gab es 905 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

In Tschechien, das knapp 10,7 Millionen Einwohner hat, müssen von Montag an Theater, Kinos, Museen, Galerien und Sportstätten für zunächst zwei Wochen schließen. Ministerpräsident Andrej Babis hatte am Freitag einen Lockdown, also ein Herunterfahren der wirtschaftlichen Aktivität und des gesellschaftlichen Lebens, nicht mehr ausgeschlossen. Dem widersprach Präsident Milos Zeman. „Einen zweiten Absturz der Wirtschaft kann sich dieses Land nicht leisten“, sagte der 76-Jährige der Zeitung „MF Dnes“ (Samstag). Zugleich forderte er „drakonische, geradezu militärische Maßnahmen“ im Bereich der Freizeitaktivitäten.

Scharfe Kritik an der Krisenkommunikation der Regierung kam von Ex-Präsident Vaclav Klaus. Den Bürgern Angst einzujagen und ihnen mit weiteren Verschärfungen zu drohen, sei unseriös, teilte die neoliberale Denkfabrik des 79-Jährigen in Prag mit. Ein rationales Vorgehen sei oftmals nicht zu erkennen. Mit seinen Äußerungen über einen möglichen Lockdown richte der Ministerpräsident enorme wirtschaftliche Schäden an, selbst wenn es nicht dazu kommen sollte.


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