Hülkenberg ersetzt kranken Stroll in der Eifel

Nico Hülkenberg ist zurück in einem Formel-1-Auto. Zum zweiten Mal in dieser Saison sprang der Deutsche als Ersatzpilot für einen Racing-Point-Fahrer ein. Vor dem Großen Preis der Eifel fiel der Kanadier Lance Stroll wegen Krankheit aus. Da sich der Rheinländer ohnehin in der Region aufhielt, beorderte ihn Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer am Samstagvormittag an die Strecke. Seit Hülkenbergs Ausfahrten in Silverstone wurde am Auto aber einiges umgestellt.

„Es war noch wilder und verrückter als das letzte Mal“, beschrieb der 33-Jährige im Sky-Interview sein zweites Turbo-Comeback - oder #hulkenback, wie er es auf Twitter selbst bezeichnete. Als ihn der Anruf von Szafnauer erreichte, sei er gerade mit einem Freund bei einem Kaffee gesessen. „Hülkenberg, mach‘ schnell! Wir brauchen dich hier“, habe ihm der Amerikaner dann mitgeteilt. „Ich bin schnell ins Auto, bin hergefahren, und der Rest ist Geschichte.“

Nach etwa einer Stunde Fahrzeit von Köln in seinem Porsche musste der Blondschopf am Nürburgring auch noch einen negativen Coronatest ablegen. Danach gab es immerhin eine kurze Besprechung mit den Ingenieuren. Sein Sitz musste nicht mehr extra angepasst werden, Racing Point hat diesen für den Fall der Fälle jetzt grundsätzlich an jeder Rennstrecke dabei. Den Overall borgte er sich von dem sich unwohl fühlenden Stroll.

Theoretisch hätte Racing Point auch die vertraglich zugesicherte Möglichkeit gehabt, auf einen der zwei Mercedes-Ersatzfahrer Esteban Gutierrez oder Stoffel Vandoorne zurückzugreifen. Die beiden müssen sich an einem Grand-Prix-Wochenende ohnehin für die Weltmeister-Truppe verfügbar halten. Doch dass Hülkenberg das aktuelle Auto schon bewegt hat, war sein großer Vorzug. „Es war einfach, für ihn das Auto einzurichten. Er kennt das Auto, er kennt das Team“, erläuterte Szafnauer.

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Seit den beiden Silverstone-Rennen Anfang August hat der Wagen jedoch einige Upgrades verpasst bekommen. Das Erreichen der zweiten Quali-Phase wurde dadurch für Hülkenberg zur Mission impossible. Er belegte mit einem Rückstand von 1,7 Sekunden auf Valtteri Bottas den 20. und letzten Platz. „Die ersten zwei Runden waren wirklich Geeiere. Es war ein wilder Ritt“, meinte er nach seinem irren Tag. Seinen Humor hat er dabei aber nicht verloren. „Alles andere als der Rennsieg wäre eine Enttäuschung, ehrlich gesagt“, scherzte Hülkenberg über seine Erwartungen für Sonntag.


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