„Stätte der Kärntner Einheit“ beschmiert

Die „Stätte der Kärntner Einheit“ im Klagenfurter Landhaushof ist einen Tag nach den Feierlichkeiten zum 10. Oktober in der Nacht zum Sonntag beschmiert worden. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) zeigte sich am Sonntag in einer ersten Reaktion entrüstet. Die Beschmierung wurde Sonntagfrüh angezeigt, hieß es vonseiten der Polizei zur APA. Laut einem Bericht des ORF Kärnten sollen auf dem Denkmal die Worte „Smrt fasizmus“, was übersetzt „Tod dem Faschismus“ bedeutet, stehen.

„Ich verurteile diesen Vandalenakt auf das Schärfste, nicht nur als Landeshauptmann, sondern auch als Mensch, denn sie sind ein Zeichen für Radikalismus und in diesem Fall auch von maßloser Dummheit“, zeigte sich Landeshauptmann Peter Kaiser entrüstet. Er hat sich in der Früh selbst ein Bild vor Ort im Klagenfurter Landhaushof gemacht, wie es in der Aussendung des Landespressedienstes Kärnten hieß.

Auch Landtagspräsident Reinhart Rohr (SPÖ) verurteilte den Vandalenakt und zeigte sich verständnislos: „Wir haben gestern weit über Kärntens Grenzen hinaus die Botschaft der Gemeinsamkeit, des Friedens gesandt. Die internationalen Augen waren auf Kärnten gerichtet. Diese ignorante Zerstörungswut hat einen Sachschaden angerichtet, aber sie wird uns nicht vom Weg abbringen.“ Ebenso verurteilt wurde die Aktion vom Kärntner FPÖ-Landeschef Gernot Darmann. Die FPÖ Kärnten setzte eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für sachdienliche Hinweise zur Ermittlung der Täter aus.

Bestürzt zeigte sich Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer: „In den vergangenen Jahren wurde viel unternommen, um Gräben der Vergangenheit zuzuschütten. Solche widerwärtigen Aktionen führen diese Bemühungen ad absurdum und befeuern neue Konflikte. Gerade der gestrige Tag sollte eigentlich Beweis genug sein, dass man gemeinsam in ein neues Zeitalter aufbricht. Das wollen aber scheinbar einige ewig gestrige Kräfte nicht wahr haben.“ Er erwarte sich, dass sich auch die Slowenenorganisationen von der Tat distanzieren: „Derartige feindseligen Aktionen müssen von jeder Seite abgelehnt und scharf verurteilt werden.“

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Der Kärntner Landhaushof und die „Stätte der Kärntner Einheit“ war am Samstagnachmittag nach Ende der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung Schauplatz der Abschlusskundgebung einer Gegendemonstration mit Vertretern slowenischen Jugendorganisationen. In einem Protestzug vom Hauptbahnhof über den Neuen Platz bis zum Landhaushof wurde Kritik an den braunen Flecken im Volksabstimmungsgedenken und pochten auf einen „antifaschistischen Konsens“ in Kärnten gepocht.

Eine Sachbeschädigung im Umfeld der Minderheitenfrage in Kärnten ist bereits am Samstagnachmittag bekannt geworden: In der Gemeinde Köttmansdorf (Bezirk Klagenfurt-Land) wurde laut Mitteilung der Polizei eine Ortstafel mit dem Schriftzug in slowenischer Sprache „Kotmaravas“ ergänzt. Die schwarzen Schriftzeichen wurden aus einer Papierklebefolie hergestellt und auf die Ortstafel geklebt.


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