Erste Reaktionen auf die Prognosen bei der Wien-Wahl

SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak hat sich nach der Veröffentlichung der ersten Prognosen erfreut gezeigt, die die SPÖ bei über 40 Prozent ausweisen. Gleichzeitig verwies sie aber darauf, dass es nur Prognosen sind, nun warte sie „mit Spannung auf das Endergebnis“, sagte Novak gegenüber dem ORF. In Sachen Koalition hielt sich Novak bedeckt, dies sei eine Frage des Wahlergebnisses. Daher heiße es jetzt einmal warten, bis alle Stimmen ausgezählt sind.

Freilich gelte aber die „ganz klare Aussage“ vor der Wahl, dass es keine Koalition mit den Freiheitlichen oder mit dem Team Strache geben werde, so Novak: „Das gilt auch heute. Alles andere ist offen.“

Hoch erfreut hat sich Sonntagnachmittag der Wiener Grünen-Klubchef David Ellensohn von den in der Trendprognose vorausgesagten 15 Prozent für seine Partei bei der Wiener Gemeinderatswahl gezeigt. „Wir freuen uns. Wenn es stimmt, ist es das beste Ergebnis (auf Wiener Gemeindeebene)“, sagte er vor Journalisten im Rathausklub. Er sprach sich dafür aus, die Koalition mit der SPÖ fortzusetzen. Rot-Grün wäre damit bestätigt, sollte die Umfrage stimmen.

ÖVP-Landesgeschäftsführerin Bernadette Arnoldner hat sich nach Wahlschluss optimistisch gezeigt, dass die Volkspartei den größten Zugewinn aller Parteien einfährt und von Platz vier „deutlich nach vorne“ kommt. Das sagte sie in einer ersten Stellungnahme gegenüber der APA. „Heute ist ein besonderer Tag. In einem besonderen Wahlkampf. In einem besonderen Jahr“, so Arnoldner. „Die Stimmung ist gut, entscheidend sind aber die tatsächlichen Stimmen. Wir sind sehr gespannt auf die tatsächlichen Ergebnisse“, so Arnoldner nach Veröffentlichung der ersten Trendprognosen, die die ÖVP bei 17,5 Prozent sehen.

Der Wiener FPÖ-Klubchef Anton Mahdalik sieht den Grund für den laut erster Trendprognose massiven Absturz seiner Partei auf 10 Prozent vor allem beim früheren Parteichef Heinz-Christian Strache. „Da wurde viel Vertrauen verspielt“, verwies Mahdalik gegenüber der APA auf die Ibiza- und Spesenaffäre des Ex-Vizekanzlers. „Dafür kann die aktuelle Parteiführung gar nichts.“ Mahdalik erwartet sich insofern auch keine Obmann-Debatte. „Dominik Nepp hat einen Wahlkampf aus einem Guss geführt.“ Es habe zuletzt „einen nicht viel schwereren Job“ gegeben, als nach den Skandalen Straches die FPÖ zu führen, sagte der Klubobmann.

NEOS-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr zeigte sich nach der ersten Trendprognose für die Wien-Wahl, die Zugewinne für die Pinken prognostiziert, vorsichtig erfreut. „Im Moment schaut es sehr gut aus - wir müssen natürlich abwarten, was die Hochrechnungen sagen“, meinte er zur APA: „Aber unser Kurs, mit den Themen Schulen und Kindergärten, lebendige Betriebe und einem Ende der Freunderlwirtschaft, hat offenbar bei den Wählerinnen und Wählern einen Nerv getroffen.“

„Es wird knapp“, so hat der Parteisekretär des Team Strache, Christian Höbart, die ersten Prognosen, die die Gruppierung des ehemaligen Vizekanzlers und FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache nicht im Landtag sehen, gegenüber dem ORF kommentiert. Aber: „Die Chance lebt.“ Höbart verwies darauf, dass das Team HC in den Prognosen schlechter eingestuft werde, da die „Bekennerquote“ zu Strache wegen der Berichterstattung um vermeintliche Skandale „sicher nicht in den Himmel reicht“. Das stimme ihn positiv, „dass wir die fünf Prozent Marke erreichen“, so Höbart.


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