„Stätte der Kärntner Einheit“ beschmiert

Die Beschmierung der „Stätte der Kärntner Einheit“ im Kärntner Landhaushof in der Nacht auf Sonntag hat für Entrüstung unter Kärntner Politikern und den Volksgruppenvertretern gesorgt. Die Schmieraktion wurde scharf verurteilt. Sie sei ein „Zeichen der für Radikalismus und in diesem Fall auch für Dummheit“ sagte etwa Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Tat vehement kritisiert.

Die „Stätte der Kärntner Einheit“, ein Denkmal im Landhaushof in Klagenfurt, ist nach den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung mit schwarzem Lack und türkisgrüner Farbe beschmiert worden. Unter anderem war „Smrt fasizmu“ zu lesen, was übersetzt „Tod dem Faschismus“ bedeutet. Die Ermittlungen der in den frühen Morgenstunden angezeigten Tat waren am Sonntag am Laufen, die Höhe des entstandenen Schadens war zunächst unklar. „Ich verurteile diesen Vandalenakt auf das Schärfste“, betonte Kaiser. „Der heutige Vandalenakt in Klagenfurt ist scharf zu verurteilen“, kritisierte auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen vehement.

Auch der slowenische Regierungschef Janez Jansa hat die Beschmierung der „Stätte der Kärntner Einheit“ verurteilt. Die Schmieraktion schade den slowenischen Landsleuten in Kärnten und dem Ansehen Sloweniens in der Welt, erklärte Jansa am Sonntag laut der slowenischen Nachrichtenagentur STA im Kurznachrichtendienst Twitter. Der slowenische Ministerpräsident kritisierte die Tat „als primitive linke Schande“.

Auch Landtagspräsident Reinhart Rohr (SPÖ) verurteilte die Beschmierung und zeigte sich verständnislos.: „Wir haben gestern weit über Kärntens Grenzen hinaus die Botschaft der Gemeinsamkeit, des Friedens gesandt. Die internationalen Augen waren auf Kärnten gerichtet. Diese ignorante Zerstörungswut hat einen Sachschaden angerichtet, aber sie wird uns nicht vom Weg abbringen.“ Als eine „Vorstufe zur Gewalt“ beurteilte ÖVP-Landesparteiobmann Martin Gruber die Beschmierungsaktion: „Damit zerstören die Täter die Kärntner Bemühungen zu Gemeinsamkeit und einem friedlichen Miteinander an diesem historischen Wochenende. Für solche Taten dürfe es „keine Toleranz“ geben, so Gruber. „Diese dumme Aktion beim Denkmal der Kärntner Einheit dient niemandem und ist scharf zu verurteilen“, meinte Olga Voglauer, Volksgruppensprecherin der Grünen.

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Verurteilt wurde die Aktion auch vom Kärntner FPÖ-Landeschef Gernot Darmann. Die FPÖ Kärnten setzte eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für sachdienliche Hinweise zur Ermittlung der Täter aus. Bestürzt zeigte sich Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer: „In den vergangenen Jahren wurde viel unternommen, um Gräben der Vergangenheit zuzuschütten. Solche widerwärtigen Aktionen führen diese Bemühungen ad absurdum und befeuern neue Konflikte. Gerade der gestrige Tag sollte eigentlich Beweis genug sein, dass man gemeinsam in ein neues Zeitalter aufbricht. Das wollen aber scheinbar einige ewig gestrige Kräfte nicht wahr haben.

Bernard Sadovnik von der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen hat sich als erster der Volksgruppenvertreter zu Wort gemeldet und die Aktion unbekannter Täter heftig kritisiert. „Solche Aktionen stehen für Radikalismus, die aber in einem gemeinsamen Kärnten und Europa keinen Platz haben dürfen“, hielt der Vorsitzende der Gemeinschaft und Bürgermeister von Globasnitz per Aussendung fest.

Er verurteile die Schändung „im persönlichen Namen und namens des Rates der Kärntner Slowenen entschieden“, meldete sich der Vorsitzende des Rates der Kärntner Slowenen, Valentin Inzko, zu Wort. Manuel Jug, Obmann des Zentralverbandes slowenischer Organisationen (ZSO) fand ebenso deutliche Worte: „Ich verurteile diesen Vandalenakt zutiefst. Diese bösartige Zündelei hat im Kärnten des 21. Jahrhunderts nichts verloren“.

Der Klagenfurter Vizebürgermeister, Wolfgang Germ (FPÖ), zeigte sich bestürzt und verurteilte die Tat ebenfalls „auf das schärfste“. „Zukünftig sollte gerade an Tagen der Jubiläumsfeiern die Kontrolle dieser historischen Plätze verstärkt werden, um Vandalismus und Denkmalschändung vorzubeugen“, schlug Germ vor.


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