SPÖ bleibt klare Nummer 1 in Wien und hat die Qual der Wahl

Die Wien-Wahl am Sonntag hat mit einem klaren Wahlsieg der SPÖ geendet. Die Sozialdemokraten übertrafen ihr Ergebnis von 2015 deutlich - und kommen inklusive Briefwahlstimmen-Schätzung der Hochrechner auf 42,2 bis 42,9 Prozent der Stimmen. Die ÖVP verdoppelte ihren Stimmenanteil, die FPÖ erlitt einen Absturz in die Einstelligkeit und deren Ex-Chef Heinz-Christian Strache scheitert mit seiner Liste am Einzug. Leichte Zuwächse brachte die Wahl für die Grünen wie auch die NEOS.

Das vorläufige Ergebnis vom Sonntagabend (ohne Briefwahlkarten und ohne Wahlkarten aus fremden Bezirken, die ab Montag ausgezählt werden) ergab für die SPÖ 43,09 Prozent Stimmenanteil. Das Ergebnis inkl. Briefwahlstimmen (laut Hochrechnungen von ARGE Wahlen und SORA/ORF) von 42,9 bzw. 42,2 bedeutet gegenüber 2015 (damaliges Ergebnis: 39,59 Prozent) einen Zuwachs von rund drei Prozentpunkten.

Über eine Stimmen-Verdoppelung darf sich die ÖVP freuen. Bei der Urnenwahl kamen die Stadt-Türkisen auf 18,47 Prozent, die Hochrechnung der ARGE Wahlen sieht in der Endabrechnung inklusive Briefwählern 19,2 Prozent für die ÖVP, SORA/ORF erwartet 18,8 Prozent. Gegenüber dem Rekord-Negativergebnis von 2015 (9,24) legt die Volkspartei damit rund zehn Prozentpunkte zu.

Der Absturz der FPÖ fiel noch deutlicher als erwartet aus. Während die Freiheitlichen in der Urnenwahl auf 8,92 Prozent kamen, dürfte das Ergebnis inklusive Briefwahlstimmen noch schlechter ausfallen. Die Hochrechnungen sehen die FPÖ schlussendlich bei 8,2 Prozent (ARGE) bzw. 7,7 Prozent (SORA). Damit büßte die Partei gegenüber dem letzten Wien-Ergebnis (30,79) deutlich mehr als 20 Prozentpunkte ein.

Die Grünen konnten leicht zulegen und kamen in der Urnenwahl auf 12,2 Prozent. Die Briefwahlstimmen werden das Ergebnis verbessern, laut ARGE Wahlen auf 13,3, laut SORA auf 14 Prozent. 2015 war die Öko-Partei auf 11,84 Prozent der Stimmen gekommen. Ein Plus gab es auch für die NEOS, die bei den Präsenzwählern auf 6,92 Prozent kamen. Inklusive Briefwählern können die Pinken mit 7,3 (ARGE) bzw. 7,8 Prozent (SORA) der Stimmen rechnen. Ob sie tatsächlich vor der FPÖ auf Platz vier zu liegen kommen, wie dies die SORA-Umfrage darlegt, ist noch offen.

Gescheitert ist die FPÖ-Abspaltung des blauen Ex-Parteiobmannes Heinz-Christian Strache. Das Team HC Strache verpasste die notwendige Fünfprozenthürde. In der Urnenwahl kam Strache auf 4,32 Prozent, letztendlich dürfte des Ergebnis noch schlechter ausfallen: Die ARGE Wahlen-Hochrechnung sieht Strache bei 4 Prozent, SORA bei 3,6 Prozent.

Die übrigen (Klein-)Parteien LINKS, SÖZ und die Bierpartei kamen insgesamt auf 6,07 Prozent bei den Urnenwählern. Inklusive der Briefwahlstimmen dürfte deren gemeinsamer Anteil bei 5,2 (ARGE) bzw. 5,7 Prozent (SORA) liegen.


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