Bundesregierung diskutiert zusätzliche Corona-Maßnahmen

Angesichts der gestiegenen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus wird die Lage in der Bundesregierung derzeit evaluiert. „Zusätzliche Maßnahmen werden in der Bundesregierung aktuell diskutiert. Der Fokus liegt dabei vor allem auf gezielten regionalen Maßnahmen“, hieß es am Montag aus dem Gesundheitsressort. Auf Spekulationen, welche Maßnahmen konkret verschärft werden könnten, wollte man sich nicht einlassen, hieß es. Bundesweit wurden 979 Neuerkrankungen vermeldet.

Im Kanzleramt wurde der APA bestätigt, dass man die Lage jeden Tag neu beurteile. Verwiesen wurde auch darauf, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in den vergangenen Wochen immer wieder auf schärfere Maßnahmen gedrängt habe. Sowohl im Gesundheitsministerium als auch im Kanzleramt wurde darauf hingewiesen, dass regional bereits schärfere Maßnahmen umgesetzt wurden, wie jetzt erst am Wochenende im Salzburger Tennengau.

Spekuliert wurde zuletzt in den Medien, dass zumindest in orangen Regionen auf der Corona-Ampel die Zehn-Personen-Beschränkung für private Feiern auf fünf Personen reduziert werden könnte und die derzeit in Vorarlberg, Tirol und Salzburg auf 22.00 Uhr vorgelegte Sperrstunde in Lokalen österreichweit kommen könnte. Außerdem könnten die Regeln für Pflegeheime verschärft und die Maskenpflicht ausgeweitet werden, berichtete die Tageszeitung „Österreich“. Diese Einzelmaßnahmen wurden von Regierungsseite aber ebenso wenig bestätigt, wie das schon in der Vorwoche aufgekommene Gerücht über verlängerte Herbstferien in den orangen Bezirken.

Bestätigt hat Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) aber bereits am vergangenen Freitag, dass er zusätzliche Maßnahmen „in der Schublade“ habe, ohne aber konkret darauf einzugehen. Dass die Behörden entsprechende Überlegungen anstellten, verteidigte er als „höchst professionell“. Einen möglicherweise bevorstehenden zweiten Lockdown schloss er jedoch de facto aus und betonte, dass dies gesetzlich nur vor einem flächendeckenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems möglich wäre, wovon man aber „meilenweit entfernt“ sei.

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Mit insgesamt 979 positiven Testungen österreichweit innerhalb von 24 Stunden war die Zahl der Neuerkrankungen abermals bedenklich: Das ist der bisher höchste von Innen- und Gesundheitsministerium vermeldete Wert an einem Montag. 13.668 Tests wurden dabei innerhalb eines Tages ausgewertet. Vier weitere Menschen starben in Österreich mit dem Virus, womit bisher 855 Tote zu beklagen sind. Die Zahl der aktiven Fälle stieg um 358 auf 11.378 Betroffene.

Der Schnitt der täglichen Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen lag am Montag bei 1.057. Die meisten neuen positiven Tests innerhalb der vergangenen 24 Stunden gab es mit 327 in Wien, gefolgt von 170 in Nieder- und 130 in Oberösterreich. Ebenfalls dreistellig waren die Fallzahlen mit 124 in Tirol, darunter lagen sie in Vorarlberg (72 Neuinfektionen), in der Steiermark (49), in Salzburg (48), in Kärnten (30) sowie im Burgenland (29).

Bisher gab es in Österreich 56.298 positive Testergebnisse bei 1.822.931 Testungen. Am Montagvormittag galten 44.065 wieder als genesen. 561 Covid-19-Kranke befanden sich in krankenhäuslicher Behandlung, 34 mehr als am Vortag. 97 der Patienten wurden auf Intensivstationen behandelt, am Sonntag waren es 96 gewesen.


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