Bürgerprotest gegen Bauprojekte in Imst nimmt zu

In Imst wehrten sich zahlreiche Anrainer gegen Bauprojekte Am Bergl, auf der Plangg und zuletzt in Guglgrün. Die Kritik: Weder Unterschriftenlisten noch Gutachten fänden ausreichend Gehör.

Licht und Schatten: Während Wohnbauträger in Imst ihre Projekte umsetzen können, wird bereits das dritte Projekt von Anrainern bekämpft.
© Parth

Von Thomas Parth

Imst – 40 Anrainer in Gunglgrün sind sauer. Sie beziehen mit ihrer Unterschrift Stellung gegen ein Wohnbauprojekt eines privaten Bauträgers. Damit stehen sie nicht alleine da, denn auch am Bergl oder auf der Plangg haben sich Bürger darum bemüht, dass Bauvorhaben „verträglicher“ ausgeführt werden. Denn noch als sie ihr Haus gebaut oder gekauft hatten, galten strikte Vorgaben der Raumordnung. Diese sehen nun viele Bewohner von Ein- oder Zweifamilienhäusern durch Bebauungspläne aufgeweicht.

Eine Nachbarin spricht etwa von einer „deutlich höheren Bau- und Nutzflächendichte“. Sie kritisiert, es werde trotz allen Protests in Imst „munter weitergebaut“.

Ein Anrainer eines Bauprojektes rechnet vor: „Mit einem Projekt wurden auf der Plangg 23 Wohneinheiten geschaffen. Das bedeutet, dass es mit einem Schlag zu einer 80-prozentigen Zunahme an Haushalten in der oberen Plangg gekommen ist. Wir waren nie dagegen, dass gebaut wird, nur in angemessenem Ausmaß. Die entstehende Verkehrsproblematik teilen wir künftig mit den neu zuziehenden Familien.“

Die erbosten Anrainer teilen weitere Kritikpunkte: Ähnlich gelagerte Wohnbauten würden im Sinne der Nachverdichtung und günstigen Wohnraumes gerechtfertigt. Nach Ansicht der bereits ansässigen Familien würden aber auch Anlegerwohnungen geschaffen und damit die Grundstücks- und Wohnungspreise in die Höhe getrieben.

Stadtamtsdirektor Martin Schönherr lässt indes keinen Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit der Bauverfahren aufkommen: „Wir halten uns zu 100 Prozent an die Tiroler Bauordnung. Wenn für ein Wohnprojekt ein Bebauungsplan erlassen wird, so kann dieser kleinere Abweichungen beinhalten. Diesen Vorteil hätte nach dem Gleichheitsgrundsatz auch der betroffene Nachbar.“

Auch der Verfahrenszug in der Entstehung eines Bebauungsplans sei klar geregelt. Hierbei handelt es sich um ein transparentes Verordnungsverfahren. „Mit einem Bebauungsplan wird zunächst der Raumplaner und der Bau- und Raumordnungsausschuss beschäftigt. Danach kommt es zu einem Gemeinderatsbeschluss, der wiederum von der Tiroler Landesregierung aufsichtsbehördlich geprüft wird“, zeigt Schönherr auf. Kommt es während des Aushängezeitraumes zu schriftlichen Einwänden, werden diese erneut vom örtlichen Raumplaner geprüft und im Bauausschuss sowie im Gemeinderat behandelt. „Willkürliche Entscheidungen werden nie getroffen bzw. weder die Bauordnung noch das Raumordnungsgesetz ließen solche zu“, schließt der Amtsdirektor.


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