Betrunkene 13-Jährige missbraucht - Zwei Kärntner verurteilt

Zwei Jugendliche sind am Montag am Landesgericht Klagenfurt wegen sexuellen Missbrauchs einer völlig betrunkenen 13-Jährigen verurteilt worden. Sie hatten zuerst Handyvideos gemacht, wie sie die Weggetretene begrapschen. Danach missbrauchte der ältere Bursche das Mädchen. Lange leugneten sie den Missbrauch, von einvernehmlichem Beischlaf war die Rede. Erst im letzten Moment gaben beide Angeklagten zu, einen Fehler gemacht zu haben.

Der Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Michael Schofnegger verurteilte den Haupttäter zu 1.200 Euro Geldstrafe (300 Tagessätze), dazu gab es ein Jahr bedingte Haft. Bei ihm lag der Strafrahmen bei fünf Jahren. Der zweite Jugendliche bekam sieben Monate bedingte Haft bei einem Strafrahmen von einem Jahr. Er wurde wegen sexueller Belästigung verurteilt, und weil er die Straftat des anderen Angeklagten zugelassen hatte. Der Richter meinte nach der Urteilsverkündung, die beiden seien sehr gut beraten gewesen, doch noch „ein Geständnis im weitesten Sinn“ abzulegen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Der Vorfall hatte sich im August 2019 im Haus der Großmutter des jüngeren Angeklagten, eines damals 15-Jährigen, zugetragen. Er hatte das Mädchen und den damals 16-jährigen Mitangeklagten über Nacht eingeladen. Die Burschen gaben dem Mädchen eine Flasche hochprozentiges Mixgetränk, das es auf einen Zug austrank, um die Burschen zu beeindrucken, wie es aussagte. Dann wurde noch gemeinsam ein Joint geraucht, bald war der 13-Jährigen so schlecht, dass sie sich mehr als eine Stunde lang übergab.

Völlig geschwächt, halfen ihr die Burschen noch, sich den Pyjama anzuziehen und brachten sie ins Bett - das ist das letzte, woran sich das Opfer wirklich erinnern konnte. Auf den Handyvideos, die im Gerichtssaal vorgespielt wurden, johlten die Burschen in die Kamera, während sie an der kaum bekleideten 13-Jährigen, der sie schon die Hose ausgezogen hatten, herumgrapschten. Danach schickte der ältere Jugendliche den zweiten Burschen aus dem Zimmer und vergewaltigte das Mädchen. Die inzwischen 14-Jährige schilderte in der Befragung, dass sie von den Videos nichts mitbekommen habe, der Missbrauch danach sei ihr wie ein schlechter Traum vorgekommen, sie habe sich gegen den Burschen, der ihr zuvor sympathisch gewesen war, nicht wehren können.

Am nächsten Tag wurde sie vom 16-Jährigen mit dem Sager „Das war eine harte Nacht für dich!“ begrüßt. Der Sachverständige rekonstruierte anhand der Alkoholmenge, dem Körpergewicht des Mädchens und den geschilderten Zeitabläufen, dass es bis zu drei Promille Alkohol im Blut hatte, jedenfalls mehr als zwei. Die 13-Jährige war demnach in einer „erheblich beeinträchtigten Bewusstseinslage“, ihre Schilderung einer „schemenhaften Grundwahrnehmung“ sei sehr gut nachvollziehbar, zu Abwehrhandlungen sei sie sicher nicht fähig gewesen.

Nach den Videos und den Ausführungen des Sachverständigen entschieden sich die beiden Angeklagten, heute 17 und 16 Jahre alt, doch einen Fehler einzugestehen. Der 17-Jährige sagte: „Eigentlich wollte ich nie etwas mit Gericht zu tun haben“, er werde nun versuchen, seinen eigenen Weg zu gehen. Der 16-Jährige sagte: „Es war scheiße, was passiert ist. Es tut mir leid.“ Nur, dass sie das Mädchen und einige seiner Freunde nach der Tat - einmal sogar mit einem Schlagring in der Hand - bedroht hatten, um einen Prozess und belastende Aussagen zu verhindern, leugneten die Angeklagten weiterhin. Einmal drohten sie dem Opfer in rassistischer Weise mit einer Gruppenvergewaltigung.

Das Opfer brach nach dem Missbrauch die Schule ab und war seit damals bereits zwei Mal stationär zur psychischen Rehabilitation im Krankenhaus. Weitere Therapien sollen folgen, die Tochter befinde sich auf einer Warteliste, sagte die Mutter aus.


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