Zurück am Pult nach sieben Monaten: Saisonstart für Symphonieorchester

Chefdirigent Kerem Hasan und das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck starten heute in die Herbstsaison. Das Programm musste kurzfristig geändert werden.

Wieder vereint. Dirigent Kerem Hasan und das TSOI beim Proben.
© Leichtfried

Innsbruck – Kultur in pandemischen Zeiten – das ist reine Nervensache. Ein Veranstaltungsprogramm ist nie in Stein gemeißelt. Das Virus lauert, Reisebeschränkungen greifen. So auch beim Tiroler Symphonieorchester Innsbruck (TSOI). Der hiesige Klangkörper tritt heute Mittwoch zum ersten Symphoniekonzert nach der Corona-Zwangspause an, doch aus dem geplanten Gastauftritt von Solo-Oboist Alexei Ogrintchouk wird nichts. Der Musiker, Mitglied des renommierten Concertgebouworkest in Amsterdam, hätte sich nach seiner Rückkehr in die Niederlande 14 Tage in Quarantäne begeben müssen.

Statt Richard Strauss’ „Konzert für Oboe und kleines Orchester in D-Dur“ nimmt TSOI-Chefdirigent Kerem Hasan das „Konzert für Trompete und Orchester E-Dur (Es-Dur)“ von Johann Nepomuk Hummel ins abendliche Programm. Die junge österreichische Trompeterin Selina Ott springt kurzfristig ein.

Hasan nimmt die Änderung gelassen. „Es ist ein toller Ersatz, und wir sind froh, überhaupt wieder Konzerte spielen zu können“, sagt der 28-jährige Brite. Er hat die letzten sieben Monate unter Lockdown-Bedingungen in seiner Heimatstadt London verbracht. „Ich habe mich lange Zeit gar nicht mit Musik beschäftigt und konnte weder Freunde noch meine Eltern treffen“, blickt Hasan auf eine schwierige Phase zurück.

Erst letzte Woche ist er an das Dirigentenpult zurückgekehrt – bei einem Konzert des London Symphony Orchestra in der britischen Hauptstadt. „Die Musiker hielten sehr viel Abstand, die Blechbläser befanden sich auf einem Balkon drei Meter über dem Orchester“, beschreibt Hasan die Szenerie. So streng seien die Corona-Auflagen in Österreich im Vergleich nicht. Wieder zurück in London, muss allerdings auch Hasan zwei Wochen in häuslicher Quarantäne ausharren.

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Das TSOI wird unter der Leitung seines Chefs das erste Symphoniekonzert der Saison an drei Abenden (Mittwoch bis Freitag) spielen. Die Kapazität im Innsbrucker Congress wurde aufgrund der Abstandsregeln auf knapp über 750 Personen pro Abend halbiert. Infos/Tickets unter >> www.tsoi.at (mark)


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