„Wissen nicht, was wir falsch machen“: Pächter in Sistrans mit Umfrage gegen Kritik

Die Pächter eines Pferdebetriebs in Sistrans wehren sich gegen massive Kritik eines Nachbarn – und haben dazu sogar eine Umfrage gestartet.

In einer Befragung in der Nachbarschaft hätten sie viel Zuspruch für ihren Pferdehof erhalten, sagen Andreas Huber und Sabrina Madura.
© Domanig

Sistrans – In der idyllischen Starkensiedlung in Sistrans schwelt seit Längerem ein Nachbarschaftskonflikt. Wie die TT in einem „Fall für Motz“ berichtete, fühlt sich speziell ein Anrainer durch das „Pferdeparadies Starkenhof“ – der Einstellbetrieb bietet ein Zuhause und Verpflegung für 13 Pferde – massiv belästigt.

Besonderes Ärgernis seien mit Pferdekot und -urin kontaminierte Hackschnitzel, die bei Wind auf die Straße und seinen Privatgrund verfrachtet würden, so dass er etwa im eigenen Garten den Rasenmäher nicht mehr verwenden könne. Als zweiten Hauptkritikpunkt nennt der Nachbar Lärmbelästigung durch Arbeiten rund um den Pferdehof. Wiederholt hat er Polizei, Gemeinde und BH eingeschaltet, dieser Tage steht nun sogar ein Zivilverfahren am Landesgericht an.

Sabrina Madura und Andreas Huber, seit zwei Jahren Betreiber des Starkenhofs, können die Vorwürfe in keinster Weise nachvollziehen. Schon während der Umbauphase habe der Nachbar „zigmal“ wegen Kleinigkeiten die Polizei herbestellt. „Beim Ausmisten der Boxen mit dem Hoflader sagte er, es wären Bauarbeiten“, erzählen die beiden kopfschüttelnd. „Und als wir an einem Sonntag bei Schönwetter die Weide gemäht haben – alle Bauern haben an diesem Tag gemäht –, hieß es, wir würden sonntags Rasen mähen.“

Was die Hackschnitzel angehe, räume auch der Nachbar ein, dass es nur bei Föhnsturm zu Verfrachtungen komme. „Und wie er unterscheiden kann, ob sie von uns oder aber vom anderen, direkt angrenzenden Reitplatz kommen, ist uns ein Rätsel.“

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Inzwischen setze man statt des „Hoftracs“ ein neues E-Fahrzeug ein und starte an Sonn- und Feiertagen erst eine Stunde später mit den Arbeiten. „Wir sind immer bereit, etwas zu verbessern“, meint Huber. Wegen der Hackschnitzel habe man Windnetze installiert und biete auch an, die Einzäunung des Reitplatzes windsicher zu erhöhen. „Aber bevor wir so viel Geld investieren, müssen wir wissen, ob der Nachbar dann zufrieden ist.“ Daher warte man die Verhandlung ab.

„Wir haben alles im Betrieb immer über unseren Verpächter bei der Gemeinde genehmigen lassen, keine Anzeige wurde weiterverfolgt“, schließen die „Starkenhof“-Betreiber. „Die ganze Situation ist sehr mühsam für uns – wir wissen nicht, was wir falsch machen.“

Um herauszufinden, „wie uns die anderen Nachbarn sehen“, gingen Madura und Huber einen ungewöhnlichen Weg: Sie starteten in der Umgebung eine Umfrage: Falls den Nachbarn Pferde und Hof gefielen, „bitten wir Sie, ein Zeichen zu setzen“, heißt es da. Wenn man sich aber doch in irgendeiner Weise gestört fühle, „wäre auch diese Information uns sehr wichtig“, schließlich könne man aus „konstruktiver Kritik nur lernen“. Doch der Tenor unter ca. 40 Teilnehmern sei, dass sich sonst niemand gestört fühle, so die Betreiber. „Im Gegenteil: Wir bekamen Lob, dass wir einen heruntergekommenen Hof so auf Vordermann gebracht haben.“

„Baurechtlich ist derzeit nichts ausständig“, sagt der Sistranser Bürgermeister Josef Kofler auf TT-Anfrage. Was die Verschmutzung der Straße mit Pferdekot angehe – ein weiterer Kritikpunkt des Nachbarn –, habe man alle pferdehaltenden Betriebe schriftlich darauf hingewiesen, dass Verunreinigungen zu entfernen seien. „Auch hier liegt derzeit nichts vor“, so Kofler. (md)


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