„Zusammenarbeit nicht mehr möglich": Kitzbühel Tourismus steht ohne Führung da

Der Aufsichtsratsvorsitzende Josef Burger und TVB-Präsidentin Signe Reisch legten zeitgleich ihre Funktionen zurück. Eine Zusammenarbeit mit Bürgermeister Winkler sei nicht mehr möglich. Dieser spricht von „nichtssagenden Argumenten".

Signe Reisch legt die Obmannschaft beim TVB zurück.
© Thomas Boehm / TT

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Der Kitzbühel Tourismus steht ohne Führung da. Sowohl der Aufsichtsratsvorsitzende Josef Burger als auch die Präsidentin Signe Reisch haben am Dienstag am späten Nachmittag ihren Rücktritt erklärt. Als Grund geben beide an, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt in Person von Bürgermeister Klaus Winkler nicht mehr möglich war.

„Es gibt offenbar eine persönliche Antipathie mir gegenüber“, schreibt Reisch in ihrer Verzichtserklärung. Sie würde nicht an einem Sessel kleben und stelle die Sache vor die Person. „Wenn also meine Person einer Zusammenarbeit mit der Stadt im Wege steht, dann will ich den Schaden, der daraus zwangsläufig entsteht, nicht verantworten und mache den Weg frei“, schreibt Reisch weiter.

Bürgermeister und Land „überrascht und verwundert“

Und auch Burger erklärt: „Es war immer mein oberstes Ziel, die Kräfte zu bündeln, Stärke durch Gemeinsamkeit zu erreichen und alle zum Ziehen am selben Strang einzuladen. Bedauerlicherweise ist mir dies in letzter Zeit, in der historisch tiefsten touristischen Krise, immer weniger gelungen. Deutlich zeigt sich dies daran, dass der Herr Bürgermeister der Stadt Kitzbühel von 14 Sitzungen des Aufsichtsrates in dieser Funktionsperiode seit Ende November 2017 lediglich an vier teilgenommen hat und sich selbst seit Beginn der Corona-Krise von der Teilnahme an den Aufsichtsratssitzungen entschuldigen hat lassen.“ Beide waren jeweils acht Jahre in ihrer jeweiligen Funktion.

„Ich bin überrascht und verwundert, dass man sich in einer so schwierigen Zeit mit nichtssagenden Argumenten seiner Verantwortung entzieht“, sagt Bürgermeister Winkler in einer ersten Stellungnahme. Die Zusammenarbeit sei nicht von ihm, sondern von Reisch und Burger nicht mehr gelebt worden.

In der Tourismusabteilung des Landes Tirol ist man ebenfalls überrascht. Es liege noch nichts vor. Die weitere Vorgangsweise sei aber eine einfache. Der aktuelle Aufsichtsrat muss nun „unverzüglich“, wie es im Tourismusgesetz heißt, aus seinen Reihen eine Person im Vorstand nachbesetzen und auch einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wählen. Eine Vollversammlung brauche es dazu nicht.


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