Missbrauch in Seminar: Prozess im Vatikan begonnen

Im Vatikan hat am Mittwoch ein Prozess gegen zwei Priester wegen homosexueller Handlungen in einem Jugendseminar begonnen. Angeklagt ist ein 29-jähriger Priester, der für Missbrauch in einem Knabenseminar im Vatikan verantwortlich gemacht wird. Ein Ex-Leiter des Vorseminars muss sich vor dem vatikanischen Gericht wegen Beihilfe verantworten.

Hintergrund des Prozesses ist ein 2017 erschienenes Buch des italienischen Enthüllungsjournalisten Gianluigi Nuzzi über Verfehlungen in der römisch-katholischen Kirche. Die Ermittlungen im Vatikan laufen seit Nuzzis Buch mit dem Titel „Peccato originale“ (Erbsünde) im November 2017 erschienen ist.

In dem Buch schreibt der Journalist unter anderem, ein früherer Seminarist und heutiger Priester habe in dem Knabenseminar St. Pius X. einen Priester beim Oralsex mit einem Mitbewohner gesehen. In dem im Vatikan gelegenen Seminar werden Buben im Alter von elf bis 14 Jahren auf eine mögliche spätere Ausbildung als Priester vorbereitet.

Der vatikanische Staatsanwalt hatte im September 2019 den Prozess gegen die beiden Angeklagten angestrengt. Der Papst habe sich persönlich dafür eingesetzt, damit es zu einem Verfahren komme, berichteten italienische Medien.

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Die Vorwürfe basieren unter anderem auf Aussagen des ehemaligen polnischen Ministranten Kamil Tadeusz Jarzembowski. Er hatte berichtet, in einem Vorseminar im Vatikan von dem Seminaristen missbraucht worden zu sein. Dieser habe auch einen weiteren Ministranten missbraucht, berichtete der Pole. Er war 13 Jahre alt, als er erstmals missbraucht wurde. Jarzembowski hatte berichtet, dass er seinem spirituellen Pater über die Vorfälle erzählt habe. Es seien jedoch keine Maßnahmen ergriffen worden. Daraufhin wurde der Ministrant aus dem Vorseminar entfernt.


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