Problemlage am Imster Postplatz: „Eltern holen ihre Kinder lieber mit dem Auto ab“

Die Problemlage am Imster Postplatz, wo Kinder aus Autos angesprochen wurden, ist bekannt. Mobile Jugendarbeit wäre „eigentlich“ nötig.

Der Imster „Postplatz“, der Busterminal u. a. für unzählige Schüler, würde sich als Teil der mobilen Jugendarbeit anbieten.
© Paschinger

Von Thomas Parth

Imst – In der Bezirkshauptstadt, die sich auch gerne als Schulstadt rühmt, ist eine mobile Jugendarbeit überfällig. Das haben die Erhebungen und Praxistests der Experten eindeutig ergeben. So wurde es auch den Gemeinderäten in Imst präsentiert. Trotz „breiter Zustimmung“ fand interessanterweise ein entsprechender Dringlichkeitsantrag keine Mehrheit. Selbst Jugendreferent Thomas Greuter von der Bürgermeisterliste wandte sich gegen den von der SP-Fraktion eingebrachten Antrag. Was ist geschehen?

GR Richard Aichwalder als einziger roter Mandatar im Imster Gemeinderat brachte einen Dringlichkeitsantrag ein. In einem flammenden Plädoyer pochte er auf rasche Umsetzung einer mobilen Jugendarbeit noch vor Beginn der „dunklen“ Jahreszeit: „Die Stadt würde das rund 40.000 Euro kosten. Der Rest wird vom Land gefördert.“ Dass die Problematik am Imster Postplatz hinlänglich bekannt sei, unterstreicht auch GR Helmuth Knabl, selbst Direktor der Sport-Mittelschule Unterstadt: „Die Eltern holen ihre Kinder, sobald sie später Schulschluss haben, lieber mit dem Auto ab, als sie mit dem Bus fahren zu lassen.“

Jugendreferent sieht keine Dringlichkeit

So seien etwa Kinder aus Autos angesprochen worden und wie auf Anfrage der TT auch der Leiter des Imster Jugendzentrums Philipp Scheiring bestätigt: „Wir wissen um das Suchtmittelproblem und können das auch nicht lösen. Aber wie die mobile Jugendarbeit heuer während des Corona-Sommers gezeigt hat, können wir gut vor Ort vorbeugend auf die Kinder und Jugendlichen einwirken. Auch wenn sich die Szene nur weg vom Postplatz verlagern würde, wären sicher viele Eltern beruhigt. Aber ich möchte die mobile Jugendarbeit nicht auf Randgruppen beschränkt wissen, zumal etliche Kids aus gutem Hause unsere Unterstützung brauchen.“

„In der Sache“, so Jugendreferent Thomas Greuter, orte er „breite Zustimmung“. Doch erkenne er keine „Dringlichkeit“, da der Jugendausschuss bereits zwei Jahre an Vorarbeit für eine mobile Jugendarbeit geleistet habe. Er pocht dabei auf „seriöse Politik“ und mahnt die Finanzierbarkeit ein. Sein Nein gelte nicht der mobilen Jugendarbeit generell, sondern lediglich dem Dringlichkeitsantrag der SPÖ. Er habe als Mandatar der Bürgermeisterliste eine Sachentscheidung gefällt und gebe sich nicht für eine „Husch-Pfusch-Aktion“ her. „Sobald der Finanzausschuss sein Okay gibt, werde ich fix zustimmen!“, so Greuter.

Dass in derselben Gemeinderatssitzung 6,3 Millionen für die Bergbahnen oder 50.000 Euro für das Theaterforum veranschlagt wurden, stört Greuter nicht: „Diese Projekte haben den Finanztest bestanden.“


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