Prozessauftakt zu Vergewaltigungsserie mit Geständnis

Mit einem durchaus überraschenden Geständnis hat am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt ein Prozess wegen Vergewaltigung in zehn Fällen gegen einen 30 Jahre alten Schwarzafrikaner begonnen. Der Mann hatte von 2015 bis 2019 zehn Frauen überfallen und missbraucht. Eine DNA-Spur überführte ihn schließlich, seit Oktober sitzt er in Untersuchungshaft. Bisher hatte er die Aussage verweigert, vor dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Gernot Kugi zeigte er sich geständig.

Staatsanwältin Daniela Zupanc begann ihr Eröffnungsplädoyer mit einer Erklärung. Sie meinte: „Sie können mir eines glauben, ich bin schon lange Staatsanwältin, aber selbst mir fällt es schwer, die Taten, die der Angeklagte begangen hat, in Worte zu fassen. Man glaubt, es kann einen nichts mehr erschüttern, aber man wird leider immer wieder eines Besseren belehrt.“ Der Angeklagte habe fünf Frauen vergewaltigt, in fünf Fällen sei es beim Versuch geblieben.

Verteidiger Hans Gradischnig erklärte, sein Mandant bekenne sich in neun der zehn Anklagepunkte vollinhaltlich schuldig. Man verzichte auch darauf, die Zeuginnen noch einmal vor Gericht aussagen zu hören, man wolle ihnen dies ersparen. Über seine Motive könne er keine Erklärung geben, so Gradischnig. Es überkomme ihn einfach, und dann setze er solche Handlungen, sagte der Verteidiger und bemühte Freuds Triebtheorie als Erklärung.

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