Peru zählt seit knapp 40 Jahren auf Hilfe aus Zams

Seit 1983 engagieren sich die Barmherzigen Schwestern aus Zams in Peru. Die Corona-Pandemie ist für die arme Region eine Katastrophe.

Seit 1983 engagieren sich die Barmherzigen Schwestern in Peru.
© Mutterhaus d. Barm. Schw. Zams

Von Matthias Reichle

Zams, Lima – In Tirol werden wohl die wenigsten die über 10.000 Kilometer Luftlinie entfernte südamerikanische Gemeinde Moro auf der Landkarte finden. In der peruanischen Gemeinde hingegen ist der Name des Örtchens Zams in aller Munde. Das wird viele wundern - liegt aber vor allem am Engagement der Barmherzigen Schwestern, die seit fast 40 Jahren gegen die bittere Armut in der Region kämpfen.

1983 trafen sie dort auf Bitte des Südtiroler Missionars Paul Fink ein, erinnert sich Oberin Maria Gerlinde Kätzler. „Er hatte drei Tanten im Orden“, erklärt sie die Verbindung des Paters zum Mutterhaus. In Folge wurden vier Schwestern nach Peru geschickt. Die Gegend litt damals noch an den Folgen des gewaltigen Erdbebens, das über zehn Jahre davor 70.000 Menschen getötet und 800.000 obdachlos gemacht hatte.

Die Schwestern sollten zunächst in der Seelsorge arbeiten. „Es gehört aber auch zu unserer Aufgabe, etwas gegen die Not der Armen zu tun – und für die Bildung.“ Schnell krempelte man die Ärmel hoch und initiierte Projekte, die bis heute andauern. So wurden Internate für Mädchen und Buben aus den Bergdörfern gebaut und ein Kindergarten, den auch die Ärmsten besuchen können.

„Es gab dort eine behinderte Frau, die ist daheim nur herumgekrochen – praktisch im Dreck“, so Kätzler. Für sie organisierte man nicht nur Prothesen, sondern auch eine Nähmaschine. Daraus ist eine Näherei entstanden. Später folgte eine Fabrik für Früchte. Auch eine Straße ins gebirgige Loco-Tal wurde mit Hilfe einer Liechtensteiner Stiftung errichtet. „Bis dahin gab es nur einen Saumweg“, so die Oberin. Eine Blinddarmentzündung glich einem Todesurteil. Daher ermöglichte man einem Arzt die Ausbildung.

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Projekte wie das so genannte ACU-Zentrum, in dem es neben einem Museum auch Fortbildungsmöglichkeiten für Dorfbewohner gibt, die Straße oder die Fabriken tragen übrigens die Handschrift eines Landeckers – von Architekt Friedrich Falch.

Trotz des langjährigen Engagements drang nur selten etwas davon an die Öffentlichkeit. Man will nun Bewusstsein schaffen, betont Kätzler. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Situation massiv verschärft. „Viele Menschen leben von der Hand in den Mund“, Hilfe werde immer schwieriger.

Aktuell arbeiten zwei Schwestern in Moro sowie drei Schwestern und zwei Novizinnen in Lima. Sie versorgen unter anderem 175 alte Menschen und kinderreiche Familien in den Favelas mit warmen Mahlzeiten und Medikamenten. Viele haben durch die Quarantäne ihre Lebensgrundlage verloren.

Erstmals gibt nun eine Ausstellung Einblick in die Tätigkeit des Ordens in Peru und zeigt das Leben der Schwestern dort.

Die Ausstellung „Hilfe für Peru – helfen Sie mit!“ ist von 18. Oktober bis 10. Februar 2021, täglich von 9 Uhr bis 19 Uhr, in der Galerie Kronburg zu sehen.


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