WWF gegen Umzug des Fischotters im Bezirk Kitzbühel

Die Fischotter sind putzig anzusehen, fressen laut den Fischern aber die Bäche leer. (Symbolfoto)
© Getty Images/iStockphoto

Von Michael Mader

Kitzbühel – Auf den Aufschrei der Fischer im Bezirk Kitzbühel, wonach ihnen die Fischotter die Großache praktisch leerfressen würden, hat nun der World Wide Fund for Nature (WWF) reagiert.

„Die Ursachen für das Fischsterben sind menschengemacht. Wie der stellvertretende Obmann des Revierausschusses, Emilio Stock, richtig feststellt, ist die Strukturarmut der Gewässer das Hauptproblem. Mehr als 60 Prozent der heimischen Flüsse sind laut Umweltministerium in einem mäßigen bis schlechten ökologischen Zustand“, sagt WWF-Pressesprecher Florian Kozák.

Flussbegradigungen, Uferverbauungen, Wasserkraft- und Querbauwerke würden gerade in Tirol den Fischbeständen sehr stark zusetzen. Hinzu kämen die Folgen der Klimakrise – höhere Wassertemperaturen würden die Ausbreitung von Krankheiten und damit den Schwund der Fischpopulationen begünstigen.

Wie berichtet, hatte Stock die Idee eines Umzugs der Fischotter in geeignetere Lebensräume aufgeworfen. Für den WWF ist eine Umsiedlung von Fischottern keine Lösung, da nachziehende Otter freigewordenes Territorium umgehend wieder besiedeln würden. „Der Otter in Tirol ist eine immer noch seltene, sporadisch auftretende Tierart, die erst langsam wieder in Tirol heimisch wird“, meint Kozák. Auch der Fund von zahlreichen Losungen entlang der Ache ist laut der WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre für die Menge der dort vorhandenen Fischotter nicht aussagekräftig: „Damit markieren sie auch ihr Revier. Wie viele Fischotter es in Tirol gibt, wissen wir nicht. Die Erhebung und Meldung an die EU ist Ländersache, Tirol hat hier nichts bekannt gegeben.“

Der WWF fordert – an der Seite der Fischer – verstärkte Anstrengungen der Landesregierung im Fließgewässerschutz sowie an die Anwesenheit des Fischotters angepasste, nachhaltige Fischbesatzmaßnahmen, um dem Fischsterben entgegenzuwirken.

Von Letzerem hält Stock, der beweisen kann, dass die Fischotter ausgewildert worden sind, wiederum gar nichts: „Wir bemühen uns, das Revier so natürlich wie möglich zu bewirtschaften, und setzen schon lange keine Fische mehr ein. Das würde den Fischotter ja noch mehr anlocken.“


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