Thailändische Aktivisten trotzen Demonstrationsverbot

Trotz des von der thailändischen Regierung verhängten Demonstrationsverbots haben sich Hunderte Demokratie-Aktivisten am Donnerstag auf der Ratchaprasong-Kreuzung in Bangkok versammelt, in einer der wichtigsten Einkaufsmeilen der Hauptstadt. Sie erhoben ihre Hände zum Drei-Finger-Gruß, der zum Symbol der Protestbewegung geworden ist. Ihnen gegenüber stand ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften, berichteten Medien.

Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha, eine neue Verfassung und eine Reform der Monarchie. General Prayut hatte 2014 die demokratisch gewählte Regierung gestürzt und war im Vorjahr als Sieger aus umstrittenen Parlamentswahlen hervorgegangen. Auch die bisher als unantastbar geltende Monarchie ist zum Ziel der bereits seit rund drei Monaten anhaltenden Proteste geworden.

Die Ratchaprasong-Kreuzung war bereits 2010 Schauplatz der schweren Unruhen in Bangkok, die durch Proteste der „Rothemden“ gegen die unter fragwürdigen Umständen an die Macht gelangte Regierung unter Premierminister Abhisit Vejjajiva ausgelöst worden waren.

Nach einer erneuten Großdemonstration für mehr Demokratie in Thailand hatte die Regierung am Donnerstag den Ausnahmezustand ausgerufen. Versammlungen von mehr als vier Menschen in Bangkok sowie die Veröffentlichung von Botschaften im Internet, „welche die nationale Sicherheit beeinträchtigen können“, wurden damit verboten. Es gab zahlreiche Festnahmen.

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Am Donnerstag ging die Polizei nach Angaben der Agentur Reuters gegen Demonstranten vor, die sich in der Nähe des Amtssitzes von Ministerpräsident Prayut zu einer Protestkundgebung versammelt hatten.


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