Deutscher Außenminister warnt vor erneuten Grenzschließungen

Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat vor erneuten Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. „Ich glaube, wir haben im Frühjahr dieses Jahres alle schlechte Erfahrungen gemacht mit der zu schnellen Schließung von Grenzen - sowohl an der deutsch-polnischen als auch an der deutsch-französischen Grenze“, sagte Maas am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian und dem polnischen Außenminister Zbigniew Rau in Paris.

„Wir wissen, dass es viele Pendler gibt, die zwischen unseren Ländern hin- und herfahren - zur Arbeit. Und deshalb wollen wir die gemachten Fehler nicht noch einmal wiederholen“, sagte Maas weiter. Das sei für die Menschen, die in der Grenzregion leben, außerordentlich wichtig. Maas betonte, dass er selber aus einer Grenzregion komme - dem Saarland. Man müsse dafür sorgen, dass es auf der einen Seite nicht wieder praktische Probleme gebe und auf der anderen Seite keine unnötigen Diskussionen zwischen den Grenzbewohnern dies- und jenseits der Grenze.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Deutschland Grenzkontrollen wiedereingeführt, auch zu Österreich. An vielen Grenzen zu den Nachbarländern kam es daraufhin zu Chaos. Grenzgänger, die im jeweils anderen Land arbeiteten, durften die Grenze zwar passieren - da ein Großteil der Übergänge aber geschlossen war, kam es zu langen Staus und Wartezeiten. Außerdem mussten die Menschen Ausgangsbescheinigungen und Nachweise über den Arbeits- oder Wohnort mit sich führen. Unverheiratete Paare und auch Familien waren über Wochen getrennt. Erst Mitte Juni wurden die Regeln für eine Einreise wieder gelockert.

In Frankreich entwickelt sich die Corona-Lage alarmierend - die Fallzahlen sind sehr hoch. Maas, Le Drian und Rau sind in Paris zum Gesprächsforum Weimarer Dreieck zusammengekommen. Zuletzt hatte es vor vier Jahren ein Treffen auf Ebene der Außenminister gegeben.

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