Probleme in der Landesmusikschule in Lienz: Schüler stimmen kein Loblied an

Es gibt Mängel in der Ausstattung und beim Raumangebot der Landesmusikschule Lienzer Talboden.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz – Probleme in der Landesmusikschule Lienzer Talboden offenbarten sich bereits vor Langem. Schon vor Jahren schlug Direktor Johann Pircher auf Grund von Platzmangel einen Zubau über dem Aufführungssaal vor, jenem im Norden angrenzenden eigenständigen Gebäudeteil im Erdgeschoß. Ein Lift hätte dabei das Gebäude endlich barrierefrei erschließen sollen. Es kam bisher nicht dazu, die Standortgemeinde Lienz winkte ab.

Das jetzige Musikschulgebäude beherbergte einst die Niederlassung der Wirtschaftskammer in Lienz, bevor diese in ihren modernen und großzügigen Neubau umzog. Das dadurch frei gewordene Haus in der Stadt sollte den Musikschülern und ihren Lehrern neue Möglichkeiten bieten. Doch der Betonbau ist schon von der Raumaufteilung her nicht ideal, wirkt im Inneren dunkel und eng. Längst überfällig seien Maßnahmen, um die Akustik in den Unterrichtsräumen erträglich zu machen, klagen Lehrende. Je nach Instrument sei sogar eine gesundheitliche Gefährdung, etwa durch Tinnitus, gegeben. Den Online-Unterricht im Frühjahr mussten sich alle Lehrer selbst organisieren. Es gibt im gesamten Gebäude nur zwei PCs mit nicht mehr zeitgemäßen Internetanschlüssen, ein WLAN-Funknetzwerk existiert überhaupt nicht. „Das soll sich jetzt ändern“, berichtet der Direktor auf Nachfrage der TT. „Ein Techniker wird eine Netzwerk-Infrastruktur ausarbeiten.“

Die Musikschule hatte zuvor bereits jahrzehntelang auf beengtem Raum im Keller der südlichen Volksschule ein stiefkindliches Dasein gefristet. Dabei ist der Zuspruch der Schüler ungebrochen. 870 Menschen aller Alterstufen erhalten derzeit von 42 Lehrern Unterricht. Fünfzehn Gemeinden von Iselsberg-Stronach über Nikolsdorf und Assling bis Ainet sind Mitglied.

Die Finanzierung der Landesmusikschulen teilen sich das Land und die jeweiligen Standortgemeinden. Das Land trägt 55 Prozent der Personalkosten, die Gemeinden leisten hierbei 45 Prozent. Die Gemeinden sind darüber hinaus für die Schulräumlichkeiten und deren Instandhaltung sowie für die Anschaffung von Unterrichtsmitteln, insbesondere von Musikinstrumenten, deren Bereitstellung von Schülern nicht erwartet werden kann, verantwortlich. Außerdem hat sich das Land Tirol dazu verpflichtet, 55 Prozent der Anschaffungskosten für Musikinstrumente zu übernehmen. Sämtliche Einnahmen aus dem Schulgeld werden den jeweiligen Gemeinden überlassen.


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