Neuer Rekorde an Corona-Infektionen in Deutschland, Italien

In Deutschland und Italien breitet sich der Coronavirus weiterhin in Rekordtempo aus. Während die deutschen Gesundheitsämter am Freitag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 7.334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages meldeten, waren es in Italien 10.010 neue Fälle. Beides sind Rekordwerte. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil wesentlich mehr getestet wird.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 348.557 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.734. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 287.600 Genesene.

In Italien gab es 55 neue Todesopfer. Die Zahl der Corona-Toten in Italien seit Beginn der Pandemie im Februar stieg somit auf 36.427. Die Zahl der bestätigten aktiven Fälle kletterte am Freitag auf 107.312, jene der in Spitälern behandelten Covid-19-Patienten stieg von 5.796 auf 6.178, teilte das italienische Gesundheitsministerium mit. In Quarantäne befinden sich derzeit 100.496 Personen. Auf Intensivstationen lagen 638 Patienten, am Vortag waren es 585.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Infektionen in Italien wird die Einrichtung von Sperrzonen in besonders stark betroffenen Provinzen nicht ausgeschlossen. Bisher hatte Premier Giuseppe Conte einen Lockdown auf gesamtstaatlicher Ebene wie im März und April verneint. Eine Verschärfung der restriktiven Maßnahmen wird inzwischen nicht mehr ausgeschlossen.

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Wegen der stark steigenden Zahl von Ansteckungen gelten in Slowenien seit Freitag in weiten Teilen Bewegungsbeschränkungen. Bewohner jener sieben von zwölf Regionen, die aufgrund der hohen Infektionszahlen als „rot“ eingestuft wurden, dürfen ihre jeweilige Region nur mehr noch aus triftigen Gründen verlassen. Zu den „roten“ Zonen gehören die Hauptstadt Ljubljana sowie die umliegenden Regionen.

In den „roten“ Zonen sind außerdem seit Freitag öffentliche Veranstaltungen, Versammlungen, Hochzeiten und religiöse Zeremonien untersagt. Masken müssen auch im Freien getragen werden. Die restlichen fünf Regionen gelten als „orange“. Dort gelten keine Bewegungsbeschränkungen, Masken müssen nur in öffentlich zugänglichen Innenräumen und öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden.

In Slowenien, einem Land mit knapp mehr als zwei Millionen Einwohnern, ist die Zahl der Corona-Ansteckungen zuletzt sprunghaft angestiegen. Den jüngsten Tageswert gaben die Behörden am Donnerstag mit 745 an. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie im März 10.683 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt. 176 Tote wurden bisher im Zusammenhang mit der Krankheit gemeldet.

Kroatien registrierte erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 1.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages. In den vergangenen 24 Stunden wurden 1.131 Fälle verzeichnet, teilte der nationale Krisenstab mit. Am Tag zuvor lag die Zahl von Neuinfektionen bei 793. Seit Beginn der Pandemie im Februar haben sich in dem 4,2-Millionen-Einwohner-Land nachweislich 23.665 Personen mit dem Coronavirus angesteckt. Davon sind 345 Patienten mit dem Virus gestorben.

Wegen der Corona-Pandemie rief Tschechien seine im Ausland arbeitenden Ärzte unterdessen auf, vorübergehend nach Hause zurückzukehren. Gesundheitsminister Roman Prymula begrüßte am Freitag einen entsprechenden Aufruf der tschechischen Ärztekammer. „Wir sind dankbar für jede helfende Hand“, sagte der 56-Jährige. Ärztekammer-Präsident Milan Kubek appellierte in dem Schreiben an seine Landsleute im Ausland, „ihren ehemaligen Kollegen in unseren Krankenhäusern zu helfen“. Am dringendsten sei der Bedarf an Anästhesisten und Intensivmedizinern. Auch qualifiziertes Pflegepersonal werde gebraucht.

Die Zahl der Coronavirus-Neuansteckungen erreichte in den USA indes einen neuerlichen Höchststand. Am Donnerstag (Ortszeit) verzeichnete die Johns Hopkins Universität in Baltimore binnen 24 Stunden rund 63.600 Neuinfektionen, rund 4.000 mehr als am Vortag. Ähnlich hoch waren die Zahlen zuletzt am 14. August gewesen, als rund 64.600 neue Fälle gemeldet wurden. Besonders stark war der Anstieg in einigen Staaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri. Die Zahl der neuen Todesfälle blieb relativ stabil bei 904.

Neuseeländer aus Corona-freien Landesteilen dürfen wieder quarantänefrei ins Nachbarland Australien reisen. Ein Flugzeug aus Auckland mit 200 Passagieren an Bord landete am Freitag in Sydney. Es ist das erste Mal seit Ende März, dass internationale Gäste keine 14 Tage in Corona-Isolation müssen. Voraussetzung ist, dass sich die Besucher in den zwei Wochen zuvor nicht in einem Covid-19-Hotspot in ihrer Heimat aufgehalten haben.


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