Gepanschter Schnaps: Mindestens zehn Tote in Costa Rica

Mindestens zehn Menschen sind in Costa Rica nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps in den vergangenen Tagen gestorben. Bei einer Untersuchung einer „Guaro“ genannten Art von Zuckerrohrschnaps der Marke „Fiesta Blanca“ sei Methanol festgestellt worden, teilte das Gesundheitsministerium des mittelamerikanischen Landes am Freitag mit. Da es sich um eine registrierte Marke handle, könne das Getränk gefälscht worden sein.

Bei einem Polizeieinsatz in einem Vorort der Hauptstadt San José seien Flaschen dieses Produkts aus dem Verkehr gezogen worden. Die Marke wurde auf eine Liste mit zwölf anderen Schnapsmarken gesetzt, vor denen gewarnt wird und deren Verkauf bestraft werden soll.

Nach Angaben der staatlichen Sozialversicherungskasse Costa Ricas wurden in den vergangenen Tagen 28 Menschen mit Vergiftungen nach dem Konsum von verunreinigten alkoholischen Getränken in Krankenhäusern behandelt. Zehn von ihnen seien gestorben, drei seien auf der Intensivstation. Alle Todesopfer sind laut Gesundheitsministerium Männer. Bereits im vergangenen Jahr hatte es in Costa Rica mindestens 29 Todesfälle mit Verdacht auf Vergiftung durch gepanschten Schnaps gegeben.

Methanol entsteht, wenn beim Destillieren von Alkohol nicht richtig gearbeitet wird. Versucht die Leber dann, den Körper vom Alkohol zu entgiften, wird das Methanol zu Formaldehyd und Ameisensäure umgewandelt. Dies kann die Nervenzellen schädigen, zur Erblindung und sogar zum Tod führen.


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