Mann bei Paris enthauptet - Es besteht Terrorverdacht

In der Nähe von Paris ist am Freitag nach ersten Erkenntnissen ein Mann enthauptet worden. Nach der Tat am späten Nachmittag nahe einer Schule in Conflans-Sainte-Honorine wurde die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Man ermittle unter anderem wegen Mordes mit Terrorhintergrund, hieß es. Staatspräsident Emmanuel Macron traf Stunden später am Tatort ein, französische Politiker reagierten durchwegs betroffen auf den Angriff.

Die Messerattacke sei ein Angriff auf die Republik, schrieb Bildungsminister Jean-Michel Blanquer auf Twitter. „Unsere Einheit und Entschlossenheit sind die einzige Antwort auf die Ungeheuerlichkeit des islamistischen Terrorismus“, meinte Blanquer, der gemeinsam mit der Beigeordneten Ministerin im Innenministerium, Marlène Schiappa, Präsident Macron zum Tatort in einem Pariser Vorort begleitete.

Der mutmaßliche, mit einer Stichwaffe bewaffnete Täter habe die nach einem Anruf hinzukommenden Polizisten in dem nordwestlich der französischen Hauptstadt gelegenen Ort bedroht und sei dann auf dem Gebiet der benachbarten Stadt Eragny von der Polizei angeschossen und schwer verletzt worden, verlautete am Abend aus Ermittlerkreisen. Der Sender BFM TV und die Nachrichtenagentur Reuters berichteten hingegen, dass der mutmaßliche Täter von der Polizei getötet worden sei.

Beim Opfer soll es sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge um einen Geschichtslehrer handeln. Dieser solle seinen Schülern während des Unterrichts zum Thema Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt haben, meldeten mehrere Medien unter Berufung auf Polizeiquellen am Freitagabend. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Der Täter wiederum soll vor dem Angriff „Gott ist groß“ auf Arabisch gerufen haben, wie Augenzeugen berichteten.

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Aus Angst vor einer Sprengstoffweste sei der Umkreis des Tatorts abgesperrt worden, erklärte die Polizei. Sprengstoffexperten wurden hinzugezogen. Via Twitter teilten die Behörden mit, dass in Conflans-Sainte-Honorine aktuell ein Einsatz laufe und die Menschen den Bereich meiden sollten.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt den Angaben zufolge wegen „Mordes in Verbindung mit einem terroristischen Unternehmen“ und wegen einer „kriminellen terroristischen Vereinigung“. Näheres zum Hintergrund der Tat wurde zunächst nicht bekannt.

Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert - dabei starben mehr als 250 Menschen. Daher ist die Terrorgefahr fast ständig im Bewusstsein der Menschen. Erst vor einigen Wochen hatte es vor dem ehemaligen Redaktionsgebäudes des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ eine Messerattacke gegeben. In Paris läuft seit Anfang September der Prozess nach dem Angriff auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ im Jänner 2015. Dabei wurden 17 Menschen getötet. Zuvor hatte das Magazin Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.


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