Italien will Corona-Schutzmaßnahmen verschärfen

Nachdem die tägliche Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen am Freitag in Italien auf mehr als 10.000 gestiegen ist, plant die Regierung in Rom eine weitere Verschärfung der Schutzmaßnahmen. So könnten alle Lokale gezwungen werden, um 22.00 Uhr zu schließen und Homeoffice weiter ausgedehnt werden. Die Maßnahmen könnten am Sonntag oder am Montag ergriffen werden, berichteten Medien. Zuvor will die Regierung die Schutzvorkehrungen mit den Präsidenten der Regionen besprechen.

Die Regierung um Premier Giuseppe Conte könnte sich an der Lombardei ein Beispiel nehmen. Die norditalienische Region hat am Freitagabend beschlossen, dass Bars, Restaurants und andere Lokale ab Samstag täglich um Mitternacht schließen müssen. Nach 18.00 Uhr dürfen Speisen und Getränke in Lokalen nur an Tischen serviert werden.

Zudem werden Kontaktsportarten vorübergehend verboten. Bingo-Säle und Spielcasinos müssen schließen. Schulen wurde geraten, verstärkt auf Fernunterricht zu setzen. Damit sollen die öffentlichen Verkehrsmittel entlastet werden. Die neuen Maßnahmen bleiben vorerst bis zum 6. November in Kraft. Die süditalienische Region Kampanien hatte bereits am Donnerstag die Schließung der Schulen bis zum 30. Oktober beschlossen.

Die italienischen Hausärzte haben die Italiener unterdessen aufgerufen, sich freiwillig einem Lockdown zu unterziehen. „Natürlich muss man arbeiten, doch alles, was nicht notwendig ist, sollte im Namen der öffentlichen Gesundheit geopfert werden“, sagte Silvestro Scotti, Chef der Verbands der italienischen Hausärzte FIMMG.

In Deutschland verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) den dritten Tag in Folge einneues Allzeithoch bei der Zahl der täglichen Corona-Infektionen in Deutschland. Am Samstag meldete das RKI 7.830 neue Fälle. Am Freitag waren es 7.334 und am Donnerstag 6.638. Nach Instituts-Angaben starben 33 Menschen an oder mit dem Virus. Deutschland verzeichnet demnach insgesamt 9.734 Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie.


Kommentieren


Schlagworte