Ardern bei Wahl in Neuseeland deutlich in Führung

Bei der Parlamentswahl in Neuseeland zeichnet sich ein klarer Sieg der amtierenden Labour-Partei mit Ministerpräsidentin Jacinda Ardern ab. Nach Auszählung von mehr als 50 Prozent der Stimmen kam die Partei sogar auf die absolute Mehrheit von 65 der 120 Sitze. Sollte sich dies bestätigen, könnte Labour in Zukunft auch ohne eine Koalition mit den Grünen regieren. Ein Kommentator im neuseeländischen Fernsehen sprach von einem „beachtlichen Linksrutsch“.

Die „Green Party“ verbuchte ebenfalls Gewinne. Die 40-jährige Ardern habe damit voraussichtlich den höchsten Wahlsieg aller Zeiten unter dem gültigen Wahlsystem eingefahren, schrieb die Zeitung „New Zealand Herald“.

Die auch im Ausland wegen ihres erfolgreichen Krisenmanagements bekannte Politikerin ist seit 2017 im Amt. Vor allem wegen ihres Umgangs mit den Attentaten von Christchurch, bei denen ein Rechtsextremist aus Australien im vergangenen Jahr 51 Muslime erschossen hatte, und ihres erfolgreichen Kampfes gegen die Corona-Pandemie hat sie viel Anerkennung gefunden.

Der Pazifikstaat ist bisher vergleichsweise sehr glimpflich durch die Pandemie gekommen und hatte jüngst zum zweiten Mal erklärt, das Virus unter Kontrolle zu haben. Bis heute sind in Neuseeland 25 Menschen in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Mittlerweile ist das Land zu einer weitgehenden Normalität zurückgekehrt.

Arderns schärfste Gegnerin bei der Wahl war Judith Collins (61) von der konservativen National-Partei, die aber deutliche Verluste verbucht hat und den vorläufigen Resultaten zufolge nur auf etwa 35 Sitze kommt. Bereits nach Umfragen im Vorfeld der Abstimmung war Ardern die Favoritin.

Sie regierte bisher eine Koalition aus Labour, den Grünen und der populistischen Kleinpartei New Zealand First, die für ihre einwanderungsfeindlichen Positionen bekannt ist. Vor drei Jahren war die Partei noch Zünglein an der Waage gewesen und hatte Ardern überraschend ins Amt verholfen. Nun verlor sie deutlich.

Die 3,7 Millionen Wahlberechtigten stimmten in zwei Referenden auch über die Legalisierung von Cannabis als Freizeitdroge und die Legalisierung von Sterbehilfe ab. Die Ergebnisse diese Volksbefragungen sollen aber erst Ende Oktober veröffentlicht werden.


Kommentieren


Schlagworte