Präsidentenwahl in Bolivien: Evo Morales‘ schweres Erbe

Gut 7,3 Millionen Wahlberechtigte in Bolivien sind am Sonntag dazu aufgerufen, einen Präsidenten und ein Parlament zu wählen. Das südamerikanische Land ist politisch zerrissen zwischen Anhängern des linken ehemaligen Staatschefs Evo Morales von der Partei MAS und seinen Gegnern liberaler bis ultrarechter Ausprägung. Nach der Präsidentenwahl im Oktober 2019 hatte Morales auf Druck des Militärs zurücktreten müssen.

Ihm wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Morales setzte sich ins Ausland ab und eine Interimsregierung mit der erzkonservativen Übergangspräsidentin Jeanine Áñez, die Neuwahlen ausrufen sollte, übernahm. Seine Anhänger und Verbündeten in der Region sprechen von einem Putsch.

Umfragen zufolge wird der MAS-Kandidat Luis Arce die Nase vorne haben. Verfehlt er jedoch die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen oder 40 Prozent der Stimmen bei einem Abstand von mindestens zehn Prozentpunkten auf den Zweitplatzierten, kommt es zu einer Stichwahl voraussichtlich gegen Ex-Präsident Carlos Mesa. Für die Stichwahl dürfte Mesa die besseren Karten haben, weil er auf Stimmen ausgeschiedener Rechtskandidaten hoffen kann.

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