Global 2000 mit Littering-Report gegen Einwegdosen

Einwegverpackungen verschmutzen in ganz Österreich die Umwelt, wie auch ein aktueller Report von Global 2000 aufzeigt. Um dem entgegenzuwirken, fordert die Umweltschutzorganisation rasche Fortschritte bei den politischen Entscheidungen zum Pfandsystem und eine ambitionierte Mehrwegquote. Große Müllverursacher, wie laut der NGO etwa Red Bull, sollten nicht nur auf Einweg setzen. Denn landen leere Dosen in der Umwelt, werden sie auch zur Gefahr für heimische Tiere.

„Die Mehrwegflasche ist immer noch die ressourcensparendste Verpackung“, sagte Lena Steger, Pfand- und Ressourcenexpertin bei Global 2000, bei der Vorstellung des neuen Reports. Flaschen aus Hartplastik können demnach bis zu 50 Mal wiederverwendet werden, wie Daten aus Deutschland zeigen würden. Deshalb ist sie klar für ein Pfandsystem und eine verpflichtende Mehrwegquote, zwei Punkte des „3-Punkte-Plans“ von Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne). Steger ist für eine rasche Umsetzung: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, dass endlich das Problem in Angriff genommen wird“, sagte sie in Hinblick auf die aktuellen politischen Diskussionen.

Dass Einwegflaschen ohne Pfand oft in der Natur landen, hat Global 2000 mithilfe von zahlreichen Unterstützern über mehr als drei Jahre dokumentiert. Zwischen Mai 2017 und September 2020 wurden in der hauseigenen „Dreckspotz“-App mehr als 100.000 Fundstücke gemeldet, die eigentlich im Mistkübel hätten landen sollen. Größter Müllverursacher bei Getränkeverpackungen wurde aufgrund der App-User der heimische Konzern Red Bull. „Wir sehen, dass Red Bull einen riesigen Anteil am Thema hat, aber stark dagegen lobbyiert“, sagte Steger. Und das, obwohl Aluminiumdosen einfach zu recyceln seien.

Das hat auch Folgen für die heimische Tierwelt. Bauern haben demnach der Umweltschutzorganisation berichtet, dass durch den Mähdrescher geschredderte Dosen von Kühen gefressen wurden und diese an inneren Verletzungen gestorben seien. „Wir haben auch von einer Tierärztin die Rückmeldung bekommen, dass es auch bei Wildtieren zu Verletzungen kommt“, sagte Steger.

Selbst die Wiederverwendung von sogenanntem Recyclat gäbe es laut Steger bei Red Bull nicht, wie die ausweichende Antwort auf eine Anfrage von Global 2000 beweisen würde. „Wir denken, wenn sie es verwenden würden, würden sie es kommunizieren“, ist sich Steger sicher. Zudem sieht sie es nicht als förderlich, dass alle weltweit verkauften Getränkedosen in der Zentrale des Unternehmens in Fuschl abgefüllt werden. „Wenn das anschließend in so viele Länder exportiert wird, hat das natürlich seine ökologischen Folgen“, sagte sie.

Allein die Versuche miteinander zu reden helfen bei diesem Thema nicht. „Wir denken, es braucht für dieses Problem auf jeden Fall eine gesetzliche Regulierung“, sagte Steger. Doch sehe sie die Entwicklungen nicht nur positiv. „Ich hab schon ein bisschen die Befürchtung, dass es verwässert wird und, dass viele Unternehmen alles dafür geben werden, dass es nicht kommen wird“, sagte sie.


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