Auf starken Sommer folgt unsicherer Winter für die Bergbahn Kitzbühel

Die Bergbahn Kitzbühel zieht eine positive Sommerbilanz. Der Winter startet am 24. Oktober mit Sicherheitskonzept, aber viel Ungewissheit.

Die Bedingungen am Resterkogel sind heuer bereits winterlich, am 24. Oktober geht’s dann los.
© KitzSki

Von Harald Angerer

Kitzbühel – „Die vergangenen Monate haben uns gelehrt, sehr flexibel zu sein“, sagt Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn Kitzbühel gestern bei einer Pressekonferenz. Neben einer Bilanz des abgelaufenen Sommers gab es auch einen Ausblick in den kommenden Winter. Und hier gibt es noch viele Unsicherheiten wegen der Corona-Pandemie.

Fix ist lediglich, dass man bestens gerüstet ist für die bevorstehende Saison und den Winterstart. Der ist in Kitzbühel dank Schneedepot immer früh und findet heuer am 24. Oktober statt. „Etwas später als im Vorjahr. Aufgrund der Kritik in den vergangenen Jahren haben wir auf die Witterung geachtet. Die Bedingungen sind derzeit ideal“, betont Bodner. Wie schon in den Vorjahren wird die Bahn und Piste am Resterkogel als Erstes in Betrieb gehen, das „Trainingszentrum“, wie es inzwischen genannt wird.

Nicht ohne Grund stehen die Skiverbände und Skiclub bereits jetzt Schlange, um einen „Slot“ auf der Trainingspiste zu bekommen. Also eine Fläche, auf der sie ihre Läufe trainieren können. So seien bis Ende November bereits 350 Trainings eingetaktet. Der stärkste Tag ist derzeit der 26. Oktober, an dem Tag sind nicht weniger als 18 Mannschaften gemeldet. „Wir sind derzeit dabei, den Schnee des Depots auszubringen, die Bedingungen sind perfekt. Wir haben viel Naturschnee und Minus-Temperaturen. Auch die zwei Föhntage diese Woche sind kein Problem“, schildert Resterkogel-Betriebsleiter Andreas Hochwimmer. Und auch etwas Glück spielt den Kitzbühelern in die Karten, der Resterkogellift und die Piste liegen auf Salzburger Gebiet und sind damit nicht von der deutschen Reisewarnung betroffen.

Unter anderem setzt man in Kitzbühel auf die Desinfektion der Gondeln mittels UV-C-Licht von der Firma Planlicht. Aber auch die Gondeln werden heuer schneller fahren, um die Fahrtzeiten und das Anstehen zu verkürzen. „Zudem bekommen die Gäste schon vorab die Informationen, wo gerade viel los ist. Damit können wir sie lenken“, schildert Bodner.

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Aber genau diese Reisewarnungen machen den Winter schwierig vorhersehbar. „Die Fallzahlen in Österreich und Tirol sind zu hoch, die müssen wir nach unten bekommen, sonst werden wir die Reisewarnung nicht los“, befürchtet Bodner. Dann eines ist klar, für die Wintersaison brauche man die Gäste aus den Nachbarländern. „Wir tun alles, was wir können um das Skifahren so sicher wie möglich zu machen, aber es gibt eine Unsicherheit am deutschen Markt“, betont auch Bergbahn-Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister Klaus Winkler.

„Der Fokus liegt heuer daher auf den Märkten Österreich, Deutschland und Schweiz“, schildert der neue Marketing-Vorstand Christian Wörister. Man werde sich aber durch den Virus die Freude am Skifahren nicht nehmen lassen, gibt er sich optimistisch. Deshalb gibt es auch heuer wieder einige Neuheiten bei der Bergbahn Kitzbühel. Zwar wurde kein neuer Lift gebaut, aber insgesamt wurden trotzdem nicht weniger als zehn Millionen Euro investiert.

Positiv war die Sommerbilanz, welche Finanzvorstand Walter Astl präsentierte. Auch wenn die Saison 20 Tage später starten muss, „sobald die Grenzen offen sind, läuft das Ganze“, sagt Astl. Über den gesamten Sommer von Mai bis Ende September gab es zwar ein Minus von 3,4 Prozent bei den Umsätzen. In den Monaten ohne Beschränkungen und ohne Reisewarnung, also von 16. Juni bis 26. September, wurde ein Plus von 4,7 Prozent erzielt.


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