Prozess in Klagenfurt nach Vergewaltigung auf Polterfeier

Am Landesgericht Klagenfurt hat am Montag ein Vergewaltigungs-Prozess gegen einen 30-jährigen Kärntner begonnen. Das Feuerwehrmitglied soll vergangenes Jahr auf seiner Polterfeier eine 16-jährige Kameradin auf der Damentoilette missbraucht haben. Staatsanwalt Julius Heidinger schilderte detailliert die Vorkommnisse der Nacht, Verteidiger Hans Gradischnig sprach von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr, bevor der Schöffensenat die Öffentlichkeit vom Verfahren ausschloss.

Wie der Staatsanwalt schilderte, waren der Angeklagte und die junge Frau sehr gut befreundet. Sie führten auch eine rege Messenger-Korrespondenz. Am Polterabend hätte der Bräutigam einiges an Alkohol konsumiert, sei aber noch zurechnungsfähig gewesen.

Im Laufe des Abends soll der Angeklagte das Mädchen zunächst begrapscht und sich entschuldigt haben, als ihn die 16-Jährige in die Schranken wies. Nach einem weiteren Lokalwechsel drängte der Mann laut Anklage die 16-Jährige gegen ihren Widerstand in die Damentoilette, hielt sie an den Händen fest und soll „Ich weiß, dass du Angst hast, du brauchst keine Angst zu haben“ gesagt haben. Trotz ihrer Bitte aufzuhören soll er in weiterer Folge Geschlechtsverkehr erzwungen haben.

Erst als die Poltergruppe der Braut in dem Lokal eintraf, begann die Suche nach dem Bräutigam. Schließlich öffnete ein Freund des Mannes mit einer Münze die Toilettentür. Erst am nächsten Tag vertraute sich die 16-Jährige einer Freundin an, es kam zur Anzeige und einer gynäkologischen Untersuchung, bei der Rötungen an den Handgelenken und Schmerzen im Intimbereich diagnostiziert wurden.

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Verteidiger Gradischnig meinte, die Scham habe das Mädchen dazu getrieben, „die Wirklichkeit“ zu verzerren. Auch die 16-Jährige sei betrunken gewesen. Es sei zu einvernehmlichem Sex gekommen, sie sei mit dem Bräutigam auf der Toilette ertappt worden: „Am nächsten Tag schämt sie sich, jetzt beginnt die Verdrängung.“ Das angebliche Opfer habe nicht um Hilfe gerufen, betonte der Verteidiger, am Ende sei die Schuld seines Mandanten „zweifelhaft“.

Auf Antrag der Privatbeteiligtenvertreterin wurde die Öffentlichkeit vor der Befragung des Angeklagten ausgeschlossen. Laut Auskunft des Gerichts wurde der Prozess vertagt, ein Gutachten soll eingeholt werden.


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