Linksgerichteter Luis Arce bei Wahl in Bolivien vorne

Der linke Kandidat Luis Arce hat ersten Prognosen zufolge die Präsidentenwahl in Bolivien für sich entschieden. Der Ex-Wirtschaftsminister des 2019 zurückgetretenen Staatschefs Evo Morales führt nach einer Wählernachbefragung vom späten Sonntagabend mit 52,4 Prozent der Stimmen, gefolgt vom liberalen Kandidaten und Ex-Präsidenten Carlos Mesa mit 31,5 Prozent. Offizielle Zahlen lagen allerdings noch nicht vor, Beobachter warnten vor einer größeren Fehlertoleranz.

Die Auszählung soll mehrere Tage dauern. Dennoch sagte auch die erzkonservative Übergangspräsidentin Jeanine Anez, nach vorliegenden Daten habe Arce gewonnen. Sie gratulierte ihm auf Twitter. Der 57-Jährige präsentierte sich bereits als künftiger Staatschef des politisch gespaltenen südamerikanischen Landes. „Wir werden für alle Bolivianer arbeiten und eine Regierung der nationalen Einheit bilden“, versprach er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur ABI.

Für einen Sieg in der ersten Runde bräuchte Arce mehr als 50 Prozent der Stimmen oder mindestens 40 Prozent der Stimmen sowie zehn Prozentpunkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Morales sprach auf Twitter von einem „überwältigenden“ Sieg der linken MAS-Partei. „Wir sind millionenfach zurückgekehrt, nun geben wir dem Volk die Würde und die Freiheit zurück“, ergänzte er.

Nach der Präsidentenwahl im Oktober 2019 hatte Morales auf Druck des Militärs zurücktreten müssen. Ihm wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Er setzte sich ins Ausland ab und eine Interimsregierung übernahm. Seine Anhänger und Verbündeten in der Region sprachen von einem Putsch. Morales, der als erster indigener Präsident des Landes von 2006 bis 2019 regierte, lebt im Exil in Argentinien.

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Auf Platz drei lag den Prognosen zufolge der ultrarechte Bürgerkomitee-Führer Luis Fernando Camacho mit rund 14 Prozent der Stimmen. Gut 7,3 Millionen Wahlberechtigte waren in dem Andenstaat aufgerufen, auch ein neues Parlament zu wählen. Wegen der Corona-Pandemie galten strikte Hygieneregeln. Die Wahlbehörde sprach von einer „massiven“ Beteiligung ohne Zwischenfälle.


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