Regierung verschärft Corona-Maßnahmen

Die Regierung hat auf die steigenden Coronazahlen mit Verschärfungen reagiert: Professionelle Veranstaltungen werden ab Freitag weiter beschränkt. Demnach werden outdoor nur mehr 1.500 Besucher zugelassen, indoor 1.000, das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske ist verpflichtend, Speisen und Getränke gibt es nicht. Nicht reglementiert sind Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze indoor bis maximal sechs Personen, outdoor bis zwölf Erwachsene

Bei höheren Personenzahlen muss die Veranstaltung angezeigt werden. „Das gilt überall. Das betrifft das Restaurant genauso wie den Yoga-Kurs“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Betroffen sind davon etwa Fußballspiele oder Kultur-Events. Ausgenommen sind nur Veranstaltungen in beruflicher Ausübung und Begräbnisse.

Kurz nannte die Situation europaweit extrem herausfordernd. Zur Lage in Österreich sagte der Kanzler: „Wenn der Trend so weitergeht, haben wir 6.000 Neuinfektionen pro Tag im Dezember.“ Die nächste Monate würden ein „rot-weiß-roter Kraftakt“: „Je besser wir zusammenhalten, je besser jeder einzelne mitmacht, desto besser werden wir durch die Situation kommen“, betonte Kurz.

Die FPÖ zeigte sich mit den neu angekündigten Verschärfungen der Corona-Maßnahmen höchst unzufrieden. „Alles läuft in Richtung Krisenverlängerung, und für diese Endlosschleife des Leids trägt die schwarz-grüne Bundesregierung die volle Verantwortung“, so Parteichef Norbert Hofer. Er sah einen Widerspruch zwischen Ansteckungen vorwiegend im privaten Bereich und Verschärfungen im öffentlichen Bereich. „Die Argumentation der Bundesregierung ist völlig unlogisch. Auch die Maßnahmen in den westlichen Bundesländern, wie die Vorverlegung der Sperrstunde in Gastronomiebetrieben, haben evidenzbasiert nichts gebracht. Jetzt zieht man der Gastronomie die Schlinge immer enger, damit es sich für diese Gruppe nicht mehr rechnet und sie gar nicht aufsperrt“, so der FPÖ-Chef.

Hofer verurteilte in diesem Zusammenhang die Maßnahme in Salzburg, mit Kuchl eine gesamte Gemeinde unter Quarantäne zu stellen. „Solche Eingriffe in die Freiheitsrechte sind entschieden abzulehnen und demokratiepolitisch bedenklich“, meinte er. Weiters kritisierte er, dass es keinerlei faktenbasierte Evaluierung der bisherigen Maßnahmen gebe. Österreich müsse von Schweden lernen und nicht von gescheiterten Ländern.

Hofer unterstrich, dass Wirtschaft und Arbeitsmarkt jetzt vor allem Sicherheit benötigten. Auch bei der Pressekonferenz am Montag habe die Bundesregierung die notwendigen Verordnungen zur Umsetzung der Maßnahmen nicht vorgelegt. Es seien aber viele Detailfragen offen. Man denke nur an die Weihnachtsmärkte, die nun, so vermutete der FPÖ-Obmann, wohl nicht stattfinden könnten.

In den vergangenen 24 Stunden wurden in Österreich 1.121 SARS-CoV-2-Neuinfektionen gemeldet. Ein großes Plus gab es bei Spitalspatienten. So waren am Montag knapp 800 Covid-19-Patienten im Krankenhaus, 145 Erkrankte benötigten intensivmedizinische Versorgung. Die Zahl der Toten stieg um elf auf 904.

Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden 14.550 Testergebnisse eingemeldet, davon waren rund 7,7 Prozent positiv. Am Montag stieg somit die Zahl der aktiv Infizierten auf 14.664 Menschen. 145 Erkrankte benötigten intensivmedizinische Versorgung - zehn mehr als noch am Sonntag.


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