Slowenien verhängt wegen Coronapandemie erneut Notstand

Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Coronavirus hat Slowenien am Montag erneut einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Er bildet aber die Grundlage dafür, dass die Behörden auch lokal abgestufte neue Maßnahmen und Einschränkungen anordnen können. Die Gesundheitsämter in Deutschland wiederum meldeten am Montag 4.325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Belgien verzeichnete an einem einzigen Tag sogar mehr als 12.000 Neuinfektionen.

Ein erster Corona-Notstand war im Slowenien vom 12. März bis Ende Mai verhängt worden. Bereits seit vergangenen Freitag gilt ein teilweiser Lockdown. In neun von zwölf Regionen dürfen die Bewohner ihre jeweilige Region nicht verlassen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wie etwa Fahrten zum Arbeitsplatz. Außerdem trat am Montag ein Plan in Kraft, dass Schüler ab der 6. Schulstufe nur noch im Fernunterricht unterrichtet werden.

Am Sonntag und Samstag wurden in Slowenien 726 bzw. 897 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit hat sich die Zahl der aktiven Fälle in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land binnen einer Woche nahezu verdoppelt. Die Anzahl der Infizierten der vergangenen 14 Tage pro 100.000 Einwohner wurde am Sonntag mit 317 angegeben.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten unterdessen 4.325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2.467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht.

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Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7.830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366.299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Das von der Corona-Pandemie besonders schwer geplagte Belgien verzeichnete unterdessen an einem einzigen Tag mehr als 12.000 Neuinfektionen. Wie ein Sprecher des Krisenzentrums nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Montag in Brüssel mitteilte, wurden für den Dienstag voriger Woche (13. Oktober) 12.051 neue Fälle registriert.

Nach Angaben des Krisenzentrums ergibt sich für den Zeitraum 9. bis 15. Oktober in Belgien eine Zahl von durchschnittlich 7.876 Neuinfektionen pro Tag. Die Regierung des Elf-Millionen-Einwohner-Landes verfügte am Freitag, dass alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen müssen. Von Mitternacht bis 5.00 Uhr gilt eine Ausgangssperre. Die Maßnahmen traten am Montag in Kraft.

Insgesamt gab es in Belgien nach offiziellen Zahlen seit Beginn der Pandemie 222.253 Coronafälle. An der Spitze liegen die Provinzen Brüssel, Antwerpen und Lüttich (Liège).

Insgesamt 10.413 Menschen sind in Belgien der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität zufolge bisher an oder mit Covid-19 gestorben. Das sind mehr als im viel größeren Deutschland (9.789 nach RKI-Angaben, Stand Montag) und entspricht mehr als 90 Toten pro 100.000 Einwohner - nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität ist dies einer der höchsten Werte weltweit.

In Moskau sollen unterdessen in den nächsten Monaten Massenimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Damit werde zwischen Dezember und Jänner begonnen, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Montag in seinem Blog. Die ersten größeren Lieferungen des ersten russischen Impfstoffes würden im nächsten Monat eintreffen. „Das wird der endgültige Sieg über die Pandemie sein“, meinte Sobjanin. Das russische Vakzin mit dem Namen „Sputnik-V“ war schon im August freigegeben worden.

International gab es Kritik daran, weil die Freigabe noch vor dem Abschluss wichtiger Tests erfolgte. Derzeit laufen breit angelegte Phase-III-Studien. Mittlerweile ist ein zweiter in Russland entwickelter Impfstoff freigegeben worden.

In dem flächenmäßig größten Land der Erde steigt seit Wochen die Zahl der Neuinfektionen rasant. Am Montag wurden der offiziellen Statistik zufolge 15.982 Fälle an einem Tag gemeldet - so viele wie noch nie. Damit gibt es bisher mehr als 1,3 Millionen registrierte Infektionen. Landesweit starben nach offiziellen Angaben mehr als 24.000 Menschen mit dem Virus, mehr als eine Million erholten sich.

In Brasilien ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Zahl der Coronavirus-Fälle um 10.982 auf 5.235.344 gestiegen. Weitere 230 Menschen sind in dem lateinamerikanischen Land binnen 24 Stunden an oder mit der Infektion gestorben. Damit stieg die Zahl der Pandemie-Opfer in Brasilien auf 153.905.

In Mexiko berichtete das Gesundheitsministerium am Sonntag von 4.119 Neuinfektionen und 108 weiteren Toten. Damit stieg offizielle Anzahl an Corona-Fällen auf 851.227 und die Zahl der Corona-Opfer auf 86.167. Gesundheitsbehörden zufolge soll die Zahl der infizierten Personen tatsächlich signifikant höher liegen als die Zahl der bestätigten Fälle.

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF hat mit Maßnahmen zur Vorbereitung von Corona-Impfkampagnen begonnen. Um die Voraussetzungen für eine schnelle, sichere und wirksame Auslieferung eines Impfstoffs zu schaffen, beschafft UNICEF derzeit zusammen mit der Impfallianz Gavi und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Spritzen und andere notwendige Hilfsgüter, teilte die UN-Organisation am Montag in Köln mit. Noch heuer würden 520 Millionen Spritzen in Warenlagern deponiert.

„Weltweit gegen Covid-19 zu impfen, wird eine der größten Anstrengungen in der Menschheitsgeschichte werden, und wir werden genauso schnell reagieren müssen, wie die Impfstoffe hergestellt werden“, erklärte UNICEF-Chefin Henrietta Fore. „Um später rasch voranzukommen, müssen wir schon jetzt schnell handeln.“

Kommendes Jahr will Unicef daher allein für Covid-19-Impfungen etwa eine Milliarde Spritzen ordern. Außerdem will das UNO-Kinderhilfswerk auch fünf Millionen Sicherheitsboxen für die Entsorgung benutzter Spritzen beschaffen, um Ansteckungen mit durch Blut übertragbare Krankheiten zu vermeiden.


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