SPÖ will nach Haltestelle auch Kindergarten in Innsbruck umbenennen

Die nach Burghard Breitner, einem führenden Tiroler Arzt in der NS-Zeit, benannte Haltestelle heißt künftig „Hegnerstraße“.
© Vanessa Rachlé / TT

Innsbruck – Eine Bushaltestelle im Innsbrucker Stadtteil Reichenau, die derzeit noch „Burghard-Breitner-Straße“ heißt, soll umbenannt werden. Grund ist, wie berichtet, die Verantwortung des prominenten Arztes (1884-1956) für Zwangssterilisationen als Leiter der Innsbrucker Chirurgie in der NS-Zeit.

Die Vorsitzende des gemeinderätlichen Kulturausschusses, GR Irene Heisz (SPÖ), begrüßt die Namensänderung – ebenso die anstehende Entscheidung des Stadtsenats, Breitner die Ehre eines städtischen Sondergrabes abzuerkennen. Den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, sei ohnehin nicht möglich, „aber es ist wichtig, dass wir Zeichen der Ehrerbietung zurücknehmen, wo sie, wie wir heute wissen, mehr als unangebracht sind“.

Noch ausständig sei die Umbenennung des städtischen Kindergartens in der Burghard-Breitner-Straße. Heisz ist dafür, diesen nach Diana Budisavljević zu benennen. Die als Diana Obexer geborene Innsbruckerin hat während des Zweiten Weltkriegs Tausende Kinder aus den Lagern des faschistischen Ustascha-Regimes gerettet. „Es wäre deshalb ein wunderbares Zeichen, der Burghard-Breitner-Straße einen Diana-Kindergarten gegenüberzustellen“, betont Heisz. Die Straßenschilder selbst wurden bereits mit erklärenden Zusatztafeln versehen.

Die Alternative Liste Innsbruck (ALI) lobt die Umbenennung der Haltestelle als „Schritt in die richtige Richtung“, auch die Aberkennung des Ehrengrabes müsse jetzt beschlossen werden. Für GR Mesut Onay ist aber auch eine Straßenumbenennung noch „nicht vom Tisch“. (TT)


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